Kanadier gespalten wegen Freeland-Update – Gesundheitswesen und Steuern in der Kritik
Kanadische Bürger äußern gemischte Reaktionen auf das Wirtschaftsupdate von Finanzministerin Chrystia Freeland. Während neue Investitionen in Arbeitsplätze und Studentenprogramme Anklang finden, wird die fehlende Gesundheitsversorgung und Steuererleichterungen kritisiert.

Kanadier haben gemischte Meinungen über das jüngste Wirtschaftsupdate und den Plan von Finanzministerin Chrystia Freeland geäußert. Laut einer von Ipsos im Auftrag von Global News durchgeführten Umfrage erhielten bestimmte Maßnahmen wie Investitionen in Sommerjobs und Studentenhilfen positive Resonanz. Mehrere Lücken im Plan, insbesondere das Fehlen neuer Gesundheitsinvestitionen und Steuersenkungen, haben jedoch Besorgnis und Kritik ausgelöst.
Positiv aufgenommen wurden Investitionen in Höhe von 800 Millionen US-Dollar in Sommer- und Jugendbeschäftigung, über 1,28 Milliarden US-Dollar zur Beschleunigung der Genehmigung von Naturressourcen- und Energieprojekten sowie die dauerhafte Zinsfreiheit für kanadische Studentenkredite. Auch Verbesserungen beim Canada Workers Benefit und Steuergutschriften zur Förderung von Investitionen in erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge fanden Unterstützung.
Umgekehrt lösten bedeutende Auslassungen im Plan negative Reaktionen aus. Fast alle Befragten (79 %) betrachteten das Fehlen neuer Gesundheitsinvestitionen als negativ. Eine große Mehrheit (62 %) fand, dass die unterlassene Senkung der Mehrwertsteuer, der CO2- oder Benzinsteuern schlechte Nachrichten seien. Darüber hinaus wurden keine Einsparungen oder neuen Mittel zur Reduzierung des Defizits oder zur Tilgung der Staatsschulden identifiziert, und das Fehlen einer Übergewinnsteuer für Unternehmen löste ebenfalls Kritik aus.
Demografische Daten zeigten unterschiedliche Meinungen auf. Männer waren beispielsweise positiver als Frauen hinsichtlich des Fehlens von Gesundheitsinvestitionen und Steuersenkungen. Auch regionale Unterschiede wurden festgestellt, wobei die Einwohner von Atlantisch-Kanada besondere Besorgnis über das Fehlen von Steuererleichterungen äußerten. Jüngere Altersgruppen (18–34) neigten eher dazu, das Fehlen von Investitionen in das Gesundheitswesen und die Schuldenrückzahlung sowie Steuersenkungen positiv zu sehen, unterstützten aber gleichzeitig die neuen Investitionen.
Die Umfrage befragte zwischen dem 11. und 14. November 2022 1.005 Kanadier.