Krebsmedizin 2.0: "Vision Zero" setzt auf früheres Eingreifen
Die Initiative "Vision Zero" brachte Experten in Berlin zusammen, um Verbesserungen in der Krebsprävention und -behandlung zu diskutieren. Ziel ist es, vermeidbare Krebsfälle zu reduzieren und die Patientenergebnisse durch frühere Diagnose und Intervention zu verbessern.

Der Gipfel „Die Neuvermessung der Onkologie“ in Berlin brachte Experten aus Forschung, Wissenschaft, Medizin, Patientenvertretungen und der pharmazeutischen Industrie zusammen, um Fortschritte in der Krebsversorgung und -prävention zu diskutieren. Die Initiative „Vision Zero“, die seit fast einem Jahrzehnt aktiv ist, zielt darauf ab, alle vermeidbaren Krebsfälle zu eliminieren.
Das zentrale Thema des Gipfels war die „Neudefinition“ der Onkologie, wobei der Schwerpunkt auf der Notwendigkeit eines früheren Eingreifens bei Diagnose und Behandlung lag. Professor Christof von Kalle betonte, dass die Krebsbehandlung oft unter verspäteten Diagnosen und einem unzureichenden präventiven Fokus leidet – Situationen, die in Sektoren wie der Luftfahrt oder der Arbeitssicherheit nicht toleriert würden. Er hob hervor, dass moderne Ansätze, einschließlich molekulare Diagnostik, Immuntherapien und künstliche Intelligenz (KI), erhebliche Möglichkeiten bieten, einen großen Teil der heutigen krebsbedingten Todesfälle zu verhindern.
Die Diskussionen konzentrierten sich auch auf die Bedeutung der Forschungsfinanzierung und der pharmazeutischen Innovation. Dr. Daniel Steiners von Roche betonte, dass das regulatorische und legislative Umfeld für die Forschung die Verfügbarkeit neuer Medikamente und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie direkt beeinflusst. Er stellte fest, dass Europa hinter Ländern wie den USA und China zurückbleibt, was Geschwindigkeit und Effizienz der Forschung angeht, teilweise aufgrund übermäßiger Bürokratie und mangelnder Digitalisierung.
Steiners forderte ein innovationsfreundlicheres Umfeld und verlässliche Erstattungsbedingungen. „Forschung und Innovation sind keine Kosten“, erklärte er, „sondern Wachstums-, Industrie- und Zukunftspolitik.“ Er glaubt, dass Deutschland das Potenzial hat, die „Apotheke der Welt“ zu werden und gleichzeitig seine wirtschaftliche Position zu stärken.
Der Gipfel zielte darauf ab, Krebsprävention, -diagnose und -behandlung durch wissenschaftliche Fortschritte und verbesserte Versorgungspfade zu beschleunigen. Experten betonten die Notwendigkeit, Bürokratie abzubauen und ein innovationsfreundliches Umfeld zu fördern, um sicherzustellen, dass Krebspatienten schneller die bestmögliche Versorgung erhalten.