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Autoreparaturen: Werkstattkosten steigen deutlich

Die Stundensätze in deutschen Autowerkstätten sind seit 2017 stärker gestiegen als die allgemeine Inflation. Sowohl für mechanische Arbeiten als auch für Lackierungen gibt es deutliche Preissteigerungen.

9. Juni 2026
Autoreparaturen: Werkstattkosten steigen deutlich

Die Kosten für Autoreparaturen in Deutschland sind seit 2017 spürbar gestiegen. Die Werkstattkosten entwickeln sich schneller als die allgemeine Inflation. Eine Arbeitsstunde für Arbeiten an Mechanik, Elektrik oder Karosserie kostete im Jahr 2022 durchschnittlich 173 Euro, eine Steigerung von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Lackieren ist noch teurer: Hier lag der Stundensatz bei 188 Euro, 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) beobachtet seit 2017 einen Anstieg der Werkstattkosten, der über der Inflation liegt. Während der Verbraucherpreisindex von 2017 bis 2022 um rund 14 Prozent stieg, erhöhten Werkstätten ihre Stundensätze um durchschnittlich 28 Prozent, Lackierereien sogar um 30 Prozent. Im Vergleich dazu sind die Beiträge zur Kfz-Haftpflichtversicherung preislich gesunken.

Die gestiegenen Stundensätze und höhere Ersatzteilpreise führen nach Unfällen zu wachsenden Reparaturkosten. Laut Auswertung kostete 2022 ein Pkw-Sachschaden die Kfz-Haftpflichtversicherer im Durchschnitt rund 3700 Euro, das waren 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr. 2017 lag dieser Wert noch bei etwa 2700 Euro.

Eine Analyse von Carly Solutions zeigt erhebliche Preisunterschiede zwischen den größten deutschen Städten. Mit durchschnittlich 174,52 Euro sind die Stundensätze für Kfz-Reparaturen in München am höchsten, gefolgt von Hamburg. Am günstigsten ist es in Leipzig mit einem mittleren Stundensatz von 126 Euro. Die Arbeitskosten in München liegen damit 38,5 Prozent über denen in Leipzig.

Verbrauchern werden verschiedene Spartipps an die Hand gegeben. Freie Werkstätten können oft günstigere Ersatzteile von freien Anbietern verbauen. Auch Markenwerkstätten bieten zunehmend günstigere Teile-Linien oder Servicepakete für ältere Fahrzeuge an. Bei kleineren Schäden wie Lackkratzern oder Dellen kann die Smart-Repair-Methode eine kostengünstige Alternative sein, bei der nicht immer ganze Teile ausgetauscht werden müssen.

Originalquelle: adac.de