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Zentralbanken Verabschieden Sich Von "Forward Guidance"

Auf dem Sintra-Forum der Europäischen Zentralbank signalisierten die Zentralbankchefs einen Wandel weg von der "Forward Guidance" hin zu einer datenabhängigeren Kommunikation.

9. Juli 2026
Zentralbanken Verabschieden Sich Von "Forward Guidance"

Vertreter führender Zentralbanken haben auf dem Sintra-Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) einen koordinierten Abschied von der bisherigen Praxis der "Forward Guidance" (vorausschauende geldpolitische Leitlinien) angekündigt und stattdessen eine stärkere Fokussierung auf die Interpretation aktueller Wirtschaftsdaten betont.

Der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, EZB-Präsidentin Christine Lagarde, der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, und der Gouverneur der Bank of Canada, Tiff Macklem, zeigten sich einig darin, dass die Verpflichtung auf zukünftige Zinsentwicklungen problematisch sei. Sie argumentierten, dass solche Verpflichtungen die geldpolitische Flexibilität einschränken, insbesondere wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern.

Warsh erklärte, dass er keine "Forward Guidance" geben werde. Lagarde räumte ein, sich durch diese Praxis in der Vergangenheit „gebunden und gezwungen“ gefühlt zu haben. Bailey und Macklem schlossen sich an und bemerkten, dass die Abschaffung von einmal etablierter Vorausschau-Kommunikation schwierig sei.

Lagarde schlug stattdessen eine "Framework Guidance" vor, die transparenter machen soll, wie die EZB eingehende Daten interpretiert. Aaron Hill, Chefmarktanalyst bei FP Markets, sieht darin eine Rückkehr zu einer stärker datengetriebenen Ära, die möglicherweise zu erhöhter Marktvolatilität führen könnte, da Marktteilnehmer die Reaktionen der Zentralbanken ohne klare Vorgaben einschätzen müssen.

Originalquelle: prnewswire.com