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Verbraucher

Zentralbanken beenden Ära der "Forward Guidance"

Spitzenvertreter großer Zentralbanken sind sich einig, dass "Forward Guidance" Herausforderungen birgt. Die Änderung könnte die Marktvolatilität erhöhen.

10. Juli 2026
Zentralbanken beenden Ära der "Forward Guidance"

Führende Zentralbanker mehrerer Weltwirtschaftsnationen haben eine Neuausrichtung ihrer Geldpolitik-Kommunikation angekündigt. Auf dem Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) in Sintra, das vom 29. Juni bis 1. Juli 2026 stattfand, zeigten sich die Leiter der US-Notenbank (Federal Reserve), der EZB, der Bank of England (BoE) und der Bank of Canada (BoC) geeint in ihrer Haltung zur "Forward Guidance".

Der Präsident der Federal Reserve, Kevin Warsh, EZB-Präsidentin Christine Lagarde, BoE-Gouverneur Andrew Bailey und der Gouverneur der Bank of Canada, Tiff Macklem, äußerten allesamt Bedenken hinsichtlich der Aussagekraft von "Forward Guidance". Sie betonten, dass vorausschauende Verpflichtungen die Zentralbanken auf einen bestimmten Kurs festlegen können, was in sich ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen problematisch sein kann. Lagarde beschrieb, wie sie sich in der Vergangenheit durch solche Hinweise "gebunden und eingeschränkt" fühlte. Bailey verwies auf die "problematische" Natur der "Forward Guidance" im Laufe der Zeit und darauf, dass diese leichter einzuführen als wieder abzuschaffen sei. Macklem stimmte zu und erklärte, dass die Bereitstellung solcher bindender Anweisungen für die Märkte nicht mehr tragfähig sei.

Dieser Wandel bedeutet jedoch keine vollständige Abkehr von der geldpolitischen Kommunikation. Lagarde präzisierte, dass die EZB die Transparenz bei der Interpretation von Daten erhöhen möchte, statt die geldpolitischen Hinweise gänzlich aufzugeben, was sie als "Framework Guidance" bezeichnete. Die Änderung könnte jedoch zu erhöhter Marktvolatilität führen, da sich die Marktteilnehmer nun an eine Situation anpassen müssen, in der keine expliziten Ausblicke mehr geboten werden. Der Chefmarktanalyst von FP Markets, Aaron Hill, merkte an, dass dies eine Abkehr vom transparenteren Kommunikationsstil der letzten Jahre darstellt und eher den früheren Perioden ähnelt, in denen Marktteilnehmer die Reaktionen der Zentralbanken auf Daten interpretieren mussten.

FP Markets ist ein 2005 gegründeter australischer Broker, der über 10.000 CFDs in verschiedenen Anlageklassen anbietet und unter mehreren Regulierungsbehörden tätig ist, darunter die ASIC in Australien und die CySEC auf Zypern. Die Abkehr von "Forward Guidance" durch die Zentralbanken könnte die Marktdynamik und Volatilität künftig erheblich beeinflussen.

Originalquelle: prnewswire.com