Chinas Autoexport wächst trotz schwacher Inlandsnachfrage
Chinas Fahrzeugexport stieg im September um 64 %, da Hersteller zunehmend auf Überseemärkte setzen, um die schwächelnde Binnennachfrage auszugleichen. Die EU begrenzt die Einfuhren von Hybridfahrzeugen.

Chinas Export von Personenkraftwagen verzeichnete im September einen deutlichen Anstieg von 64 % im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der chinesische Verband der Automobilhersteller (CAAM) mitteilte. Dieses Wachstum wird durch die Strategie chinesischer Automobilhersteller angetrieben, die schwächelnde Inlandsverkäufe durch verstärkte Exporte zu kompensieren.
Im September wurden rund 919.000 Personenkraftwagen aus China exportiert, wobei insbesondere Plug-in-Hybride und reine Elektrofahrzeuge auf dem Weltmarkt gefragt waren. In den ersten neun Monaten des Jahres stiegen die Exporte auf über 7,1 Millionen Fahrzeuge, ein Zuwachs von mehr als 70 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Inlandsverkäufe brachen im September hingegen um 27 % auf etwas mehr als 1,6 Millionen Einheiten ein, bedingt durch geringeres Konsumentenvertrauen und reduzierte staatliche Subventionen.
Die Europäische Union hat eine Begrenzung für den Import chinesischer Hybridfahrzeuge angekündigt. Ein vorläufiges Abkommen sieht eine jährliche Quote von 350.000 Fahrzeugen vor. Importe, die diese Grenze überschreiten, werden ab Dezember gestoppt. Die Überwachung erfolgt koordiniert durch die EU-Mitgliedstaaten. Fahrzeuge, die von chinesischen Unternehmen innerhalb der EU hergestellt werden, sind von dieser Regelung ausgenommen.
Chinesische Automobilhersteller zielen zunehmend auf internationale Märkte, insbesondere Europa, ab und fordern etablierte Hersteller mit wettbewerbsfähigen Preisen heraus. Die Produktionskosten für chinesische Elektrofahrzeuge liegen Berichten zufolge deutlich unter denen europäischer Modelle. Analysten erwarten, dass chinesische Hersteller weiterhin mit protektionistischen Maßnahmen und Handelshemmnissen auf globalen Märkten konfrontiert sein werden.