Klimawandel prägte Säugetiervielfalt vor 66 bis 23 Millionen Jahren
Eine neue Studie zeigt, dass globale und regionale Klimaveränderungen die Säugetiergemeinschaften Zentralasiens im Paläogen maßgeblich beeinflussten.

Eine im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlichte Studie von Forschern des Senckenberg Zentrums und des iDiv deckt auf, wie Klimaveränderungen die Säugetiervielfalt Zentralasiens vor 66 bis 23 Millionen Jahren prägten. Die Analyse von Fossilien aus der Mongolei und China rekonstruierte die Entwicklung von Vielfalt, Gemeinschaftszusammensetzung und Körpermasse der Säugetiere.
Das Paläogen gilt als Schlüsselperiode für die Säugetierevolution nach dem Aussterben der Dinosaurier. Die Forscher identifizierten drei markante Umbrüche in den Säugetiergemeinschaften Zentralasiens, die mit wichtigen Klimaereignissen korrelierten: dem Paläozän-Eozän-Temperaturmaximum vor etwa 56 Millionen Jahren, dem Übergang vom Eozän zum Oligozän vor rund 33,9 Millionen Jahren und einer regionalen Austrocknungsphase im mittleren Eozän.
Die globale Erwärmung während des Paläozän-Eozän-Temperaturmaximums führte zu einer Verdreifachung der Säugetiervielfalt. Die spätere Austrocknung und Abkühlung bewirkten einen Rückgang der Artenvielfalt, eine Verkleinerung der Körpergrößen und eine starke Veränderung der Tiergemeinschaften.
Die regionale Austrocknungsphase setzte offenbar früher ein als bisher angenommen und hatte einen ähnlich starken Einfluss wie die globalen Klimaereignisse. Die Studie betont, dass für das Verständnis heutiger Artenvielfalt und die Vorhersage zukünftiger Reaktionen auf den Klimawandel auch regionale und lokale Faktoren wie Wasserverfügbarkeit und atmosphärischer Feuchtigkeitstransport berücksichtigt werden müssen.