Kleidung zur Täuschung von KI-Überwachungskameras entwickelt
Neue "adversarial fashion" nutzt spezielle Techniken zur Verwirrung von Gesichtserkennungssoftware. Die Produkte sind zu verschiedenen Preisen und mit unterschiedlicher Wirksamkeit erhältlich.

Eine wachsende Zahl von Marken entwickelt und verkauft „adversarial fashion“ – Kleidung und Accessoires, die darauf ausgelegt sind, KI-gestützte Gesichtserkennungssysteme zu stören oder zu verwirren. Diese Kleidungsstücke verwenden einzigartige Muster und Materialien, die Kameras, die menschliche Gesichter analysieren, irreführen sollen.
Die Designansätze variieren. Einige Stücke weisen filigrane Muster auf, die darauf ausgelegt sind, dass die KI Einzelpersonen falsch identifiziert und als Tiere oder Objekte klassifiziert. Andere Artikel enthalten infrarotreflektierende Materialien, die Gesichter in Überwachungsvideos verdecken und einen Effekt erzeugen, der einer Überbelichtung durch helles Licht ähnelt.
Dieser Nischenmarkt bietet eine Reihe von Produkten zu unterschiedlichen Preisen an. Im zugänglicheren Bereich verkauft Anti-AI Clothing Masken und Halstücher für unter 20 US-Dollar und T-Shirts für etwa 30 US-Dollar. Im gehobenen Segment bietet das italienische Unternehmen Cap_able ein wendbares Kleid für 780 US-Dollar an. Gründerin Rachele Didero begann mit der Entwicklung solcher Kleidung, nachdem sie die Verbreitung von Überwachungskameras in New York City beobachtet hatte.
„Das Problem bei der Überwachungstechnologie ist, dass die Bürger in der physischen Welt keine Möglichkeit haben, sich abzumelden“, sagte Didero. „Im digitalen Raum können wir Cookies zulassen oder ablehnen. In der physischen Welt haben wir diese Option nicht. Wir wollten diesen physischen Schutz schaffen, der es den Bürgern ermöglicht, ihre Zustimmung zu geben oder nicht.“
Trotz des wachsenden Interesses bezweifeln einige Kritiker die langfristige Wirksamkeit von adversarial designs und verweisen auf die rasante Entwicklung der KI-Technologie. Urban Privacy, eine Marke, die erschwinglichere Optionen anbietet, gibt einen Haftungsausschluss an, der besagt: „Die Wirksamkeit variiert je nach Algorithmus und Bedingungen. Nicht alle Systeme sind gleichermaßen betroffen. Die Ergebnisse können sich mit der Weiterentwicklung der Erkennungstechnologie ändern.“