Cloudflare fordert Googles KI-Datenerfassungsstrategie heraus
Cloudflare erlaubt Kunden ab dem 15. September, KI-Trainings-Crawler von werbefinanzierten Seiten zu blockieren und fordert damit Googles Ansatz des Doppeleinsatzes heraus. Verlage fordern mehr Kontrolle über die Nutzung von Inhalten für KI.

Cloudflare kündigte am 15. September an, dass alle Neukunden und Nutzer der kostenlosen Stufe "mehrzweckfähige Crawler" vom Zugriff auf werbefinanzierte Seiten blockieren dürfen. Dieser Schritt fordert Googles Strategie direkt heraus, die einen einzigen Crawler für sowohl die Indexierung von Websites als auch für das Training von KI-Modellen verwendet.
Verlage, wie beispielsweise USA Today, haben Unzufriedenheit mit den aktuellen Angeboten von Google geäußert. Die Zeitung erwägt, sich aus den Google-Suchergebnissen zu entfernen, da sie sich gezwungen sieht, zwischen Sichtbarkeit in Suchergebnissen und dem gestatteten Scraping von Inhalten für KI-Training zu wählen. Die Maßnahmen von Cloudflare und anderen Publishing-Technologieunternehmen wie Beehiiv deuten auf eine wachsende Nachfrage nach mehr Kontrolle für Verlage über die Nutzung von KI-Daten hin.
Google gibt an, granulare Kontrollen für das KI-Training anzubieten, die die Sichtbarkeit in Suchergebnissen nicht beeinträchtigen. Die Unzufriedenheit unter Verlagen und Technologieunternehmen deutet jedoch auf einen Markt hin, der nach mehr Optionen sucht. Cloudflares Entscheidung zielt darauf ab, Kunden mehr Autonomie darüber zu geben, wie ihre Inhalte zur KI-Entwicklung beitragen, was breitere Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit von Inhalten und Geschäftsmodellen widerspiegelt.
Die Situation spiegelt regulatorische Maßnahmen an anderer Stelle wider, wie die Geldstrafe gegen Meta in Europa für sein "Pay or Consent"-Modell. Regulierungsbehörden betrachteten die binäre Wahl als unzureichend für eine informierte Zustimmung, was einen Markttrend hervorhebt, bei dem Unternehmen echte Wahlmöglichkeiten suchen, anstatt aufgezwungene Alles-oder-Nichts-Lösungen.