CMS reduziert geplante Kürzungen für orthopädische Eingriffe im Honorarplan 2027
US-Gesundheitsbehörden haben die geplanten Honorarkürzungen für Gelenkersatz-OPs im Medicare-Programm für 2027 halbiert. Mediziner mahnen jedoch weitere Reformen an.

Die US-Gesundheitsbehörde Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) hat ihren endgültigen Honorarplan für Ärzte für das Jahr 2027 vorgelegt. Dabei wurden die ursprünglich geplanten Kürzungen der Vergütungssätze für Knie-, Hüft- und Schulterprothesen um fast 50 Prozent reduziert. Diese Entscheidung erfolgte nach massiven Bedenken seitens medizinischer Fachgesellschaften und Gesetzgebern hinsichtlich der Versorgungssicherheit.
Die Kritik richtete sich vor allem gegen die negativen Auswirkungen auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung, da bereits heute über 22 Millionen Amerikaner in Regionen ohne ausreichende orthopädische Abdeckung leben. Branchenvertreter der American Association of Orthopaedic Surgeons (AAOS) warnten davor, dass derartige Honorarkürzungen die Personalsituation verschärfen und besonders unabhängige Praxen in ländlichen Regionen gefährden könnten.
AAOS-Präsident Dr. Wilford K. Gibson begrüßte die Anpassung als einen wichtigen Fortschritt für Patienten und Ärzte. Er betonte jedoch, dass das Medicare-Zahlungssystem grundlegend reformiert werden müsse, um eine nachhaltige medizinische Versorgung langfristig sicherzustellen. Man werde den Dialog mit der CMS und dem Kongress fortsetzen, um stabilere Rahmenbedingungen zu schaffen.
Die neuen Regelungen treten am 1. Januar 2027 in Kraft. Während die Milderung der Kürzungen den unmittelbaren finanziellen Druck auf die Praxen reduziert, bleibt die Forderung nach einer strukturellen Neuausrichtung des Vergütungssystems bestehen.