Anstieg von Darmkrebsraten erstmals seit zwei Jahrzehnten
Eine Studie der University of Chicago zeigt, dass die Inzidenz von Darmkrebs in allen Altersgruppen bis 69 Jahre in den USA zunimmt.

Forschende der University of Chicago haben festgestellt, dass die altersbereinigte Inzidenzrate von Darmkrebs von 36,7 pro 100.000 Personen im Jahr 2022 auf 38,3 im Jahr 2023 gestiegen ist. Dies ist der erste Anstieg der Neuerkrankungsraten bei der zweithäufigsten krebsbedingten Todesursache in den USA seit über 20 Jahren.
Besonders stark stiegen die Zahlen in der Altersgruppe der 45- bis 49-Jährigen, mit einem Zuwachs von nahezu 13 Prozent zwischen 2019 und 2023. Studienleiterin Caitlin Murphy führt dies teilweise auf die Senkung des Screening-Alters von 50 auf 45 Jahre im Jahr 2021 zurück, wodurch mehr Fälle früher erkannt werden.
Der Anstieg in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen bleibt jedoch besorgniserregend, da diese Gruppe bereits eine hohe Screening-Teilnahme aufweist. Die Autoren vermuten, dass unbekannte Risikofaktoren die Fortschritte der Früherkennung neutralisieren und möglicherweise dieselben Ursachen zugrunde liegen, die bereits bei jüngeren Patienten beobachtet wurden.
In künftigen Untersuchungen plant das Team, Umwelteinflüsse und chemische Belastungen genauer zu analysieren. Mithilfe von Organoiden, im Labor gezüchteten Darm-Modellen, soll die Wirkung Tausender potenzieller Schadstoffe untersucht werden, um die genauen Ursachen für den Anstieg zu identifizieren.