Dirigent Gardiner soll Mitarbeiterin bei Bachfest bedrängt haben
Der renommierte Dirigent Sir John Eliot Gardiner soll bei dem Leipziger Bachfest eine Festivalmitarbeiterin bedrängt haben. Der Vorfall ereignete sich nach einem Konzert in der Thomaskirche.

Beim Leipziger Bachfest soll es zu einem Vorfall grenzüberschreitenden Verhaltens gekommen sein, an dem der international bekannte Dirigent Sir John Eliot Gardiner beteiligt war. Laut Berichten von MDR KULTUR ereignete sich die Tat am Dienstagabend während des Schlussapplauses in der Thomaskirche.
Der Vorfall betrifft eine Mitarbeiterin des Festivals, die von Gardiner laut Zeugenaussagen und einem MDR-Video bedrängt wurde. Dabei soll der Dirigent versucht haben, ein Programmblatt unter die Kleidung der Frau zu schieben. Die betroffene Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, bezeichnete das Verhalten als Übergriff.
Eine Sprecherin Gardiners wies die Vorwürfe eines sexuellen Übergriffs zurück. Sie erklärte, Gardiner habe zu keinem Zeitpunkt ein Schriftstück unter das T-Shirt der Dame gelegt, sondern das Blatt kurzzeitig unter ihre Halskette platziert. Dies sei in einem Moment der Verwirrung geschehen, da der Kontakt unerwartet erfolgte. Bekannt ist, dass Gardiner bereits früher mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert war.
Nach dem Vorfall soll Gardiner sein Fehlverhalten eingeräumt und sich entschuldigt haben, wie das Bach-Archiv Leipzig, der Veranstalter des Festivals, mitteilte. Die betroffene Mitarbeiterin war bei diesem Gespräch nicht persönlich anwesend. Das Bach-Archiv hat der Frau psychologische Hilfe angeboten und kündigte eine Aufarbeitung des Falls nach Abschluss des Festivals an.
Sir John Eliot Gardiner gilt als einer der führenden Dirigenten im Bereich der Alten Musik und ist ein anerkannter Experte für die Werke von Johann Sebastian Bach. Er ist ein regelmäßiger Gast bei musikalischen Veranstaltungen in Leipzig.