Gericht bestätigt Sperrung eines Streamers wegen erfundener "echter" Geschichten
Der Versuch eines chinesischen Streamers, sein Konto wiederherstellen zu lassen, wurde von einem Gericht abgewiesen, das feststellte, dass seine „echten“ Geschichten erfunden waren und gegen die Regeln der Plattform verstießen.

Das Pekinger Internetgericht hat die Berufung des Streamers "Xiao Jin" abgewiesen, der die Wiederherstellung seines Kontos auf einer Online-Plattform beantragt hatte. Das Konto wurde im November 2025 dauerhaft gesperrt, weil es angeblich „negative und unwahre Inhalte zur Aufmerksamkeitsgewinnung“ durch erfundene „echte“ Geschichten nutzte.
Xiao Jins Streaming-Inhalte umfassten „Publikumsverbindungs“-Segmente, in denen er und die Zuschauer dramatische Erzählungen teilten, darunter Geschichten über „mysteriöse Anhänger“ und „Schatzsuche“. Diese Geschichten wurden oft als reale Ereignisse präsentiert, die den Zuschauern widerfuhren, und in serialisierter Form zur Aufrechterhaltung des Zuschauerinteresses ausgestrahlt. Die Plattform bezeichnete diese Praktiken als Verstoß gegen ihre Nutzungsbedingungen.
Der Streamer verklagte den Betreiber der Plattform, ein Technologieunternehmen, und argumentierte, die Sperrung sei ungerechtfertigt. Das Unternehmen verteidigte seine Entscheidung mit der Begründung, dass Xiao Jins Inhalte, die „geskriptete Dramen und Übertreibungen“ enthielten, im Widerspruch zu den sozialistischen Kernwerten stünden und dass es die Pflicht habe, die Inhalte zu moderieren.
Während des Gerichtsverfahrens wurden Beweise vorgelegt, darunter Videomaterial, das zeigte, wie Xiao Jin eine spannungsgeladene Atmosphäre schuf und suggestive Sprache verwendete. Der Streamer konnte keine klaren Details über die Identität der kontaktierten Zuschauer oder die Einzelheiten der geteilten Geschichten liefern, was das Gericht zu dem Schluss kommen ließ, dass die Erzählungen fiktiv seien.
Das Gericht entschied, dass die Entscheidung der Plattform, Xiao Jin zu sperren, angemessen sei. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Streamer eine Vorgeschichte mit Verwarnungen und früheren kurzfristigen Sperren wegen ähnlicher Verstöße hatte, was auf die Kenntnis der Plattformregeln hindeutet. Das Gericht bestätigte das Recht und die Verpflichtung der Plattform, ihre Inhalte und Nutzer zu verwalten, und kam zu dem Schluss, dass die Sperrung eine verhältnismäßige Reaktion auf die Handlungen des Streamers war und keine unangemessene Grenze überschritt. Die Klage des Streamers wurde vollständig abgewiesen und das Urteil ist rechtskräftig. Das Gericht betonte, dass das Internet kein Raum für erfundene Dramen oder Verschwörungstheorien zur Traffic-Generierung sein dürfe, sondern eine Plattform für echte Talente und Interaktion sein sollte.