Crédit Agricole analysiert den industriellen Wandel Chinas
Die Forschungsabteilung von Crédit Agricole warnt vor einem „China-Schock 2.0“, bei dem China von der Werkbank zur technologischen Führungsmacht aufsteigt.

Isabelle Job-Bazille, Leiterin der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung bei Crédit Agricole, skizziert in einer aktuellen Analyse den Wandel der chinesischen Industriestrategie. Während der erste „China-Schock“ nach dem WTO-Beitritt im Jahr 2001 auf billigen Arbeitskräften und der Massenproduktion einfacher Güter basierte, hat sich die Ausgangslage grundlegend verändert.
Der nun konstatierte „China-Schock 2.0“ zeichnet sich dadurch aus, dass China in strategischen Hochtechnologiesektoren wie Elektrofahrzeugen, Batterietechnologien und künstlicher Intelligenz zur direkten Konkurrenz für europäische Unternehmen wird. China vereint dabei zunehmend technologische Innovationskraft mit einer starken Preisführerschaft.
Das erklärte Ziel Pekings ist es laut der Analyse, die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern und die Position als weltweit führende Industrie- und Technologiemacht zu festigen. Die Untersuchung verdeutlicht, dass Europa auf diese neue Dynamik mit strategischen wirtschaftspolitischen Maßnahmen reagieren muss, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.