Cyberangriffe auf Kühltechnik gefährden europäische Lebensmittelversorgung
Eine neue Welle von Cyberangriffen hat die Kühlsysteme zahlreicher europäischer Supermärkte manipuliert, was zu massiven Lebensmittelverlusten führte.

Supermärkte in Belgien, Irland, Luxemburg und Schweden sind Ziel einer koordinierten Cyberattacke geworden, bei der die Steuerung von Kühlgeräten manipuliert wurde. Durch die erzwungene Umstellung auf Abtaubetrieb stiegen die Temperaturen in den Anlagen, was die Betreiber zwang, große Mengen an Waren zu entsorgen. Handelsketten wie Ahold Delhaize und Colruyt bestätigten die Vorfälle.
Als Schwachpunkt wurden Kühlsteuerungen des Herstellers Danfoss identifiziert. Das Sicherheitsunternehmen Claroty warnte bereits im August vor Sicherheitslücken bei diesen Geräten, die eine Fernsteuerung ermöglichen. Erschwerend kommt hinzu, dass für die betroffenen Modelle laut Berichten keine Software-Sicherheitsupdates mehr bereitgestellt werden.
Die Vorfälle zeigen die reale Gefahr, die von mangelhaft gesicherten Industrieanlagen für die Lieferkette ausgeht. Nach einer ähnlichen Serie von Angriffen in Frankreich im vergangenen Monat unterstreichen diese Ereignisse die Dringlichkeit, die Sicherheit vernetzter Infrastruktur kritisch zu überprüfen und veraltete Systeme abzusichern.