Datacenter-Gegner treiben KI-Infrastruktur an unerwartete Orte
Wachsender Widerstand gegen Datacenter-Bau in US-Gemeinden veranlasst Unternehmen, unkonventionelle Standorte wie Meeresböden und Weltraum zu erkunden.

Der zunehmende Widerstand gegen den Bau von Datencentern in den Vereinigten Staaten treibt Unternehmen dazu, neue und unerwartete Standorte für ihre KI-Infrastruktur zu suchen. Landesweite Proteste und Moratorien in zahlreichen Städten verdeutlichen Bedenken hinsichtlich des enormen Strom- und Wasserbedarfs sowie unerfüllter Arbeitsplatzschaffungsversprechen.
Offiziellen Angaben zufolge haben 183 US-Gemeinden Moratorien oder Verbote für Datacenter eingeführt. Infolgedessen erkunden Unternehmen Lösungen wie Unterwasseranlagen und sogar Unternehmungen im Weltraum.
In Portland entwickelt das Startup Panthalassa datengesteuerte Zentren, die von Meereswellen angetrieben werden. Sein Pilotmodell, Ocean-3, zielt darauf ab, die natürliche Kühle des Ozeans zur Serverkühlung zu nutzen und so Bedenken hinsichtlich des Wasserverbrauchs zu begegnen. Shanghai Lingang hat bereits ein ähnliches Projekt vor der Küste Chinas gestartet, das Windkraft und Meerwasser zur Kühlung nutzt.
Andere Unternehmen wie Starcloud wagen sich in den Weltraum. Das Unternehmen hat bereits KI-Modelle auf seinem ersten im Weltraum eingesetzten Datacenter-Prototypen trainiert und nutzt Solarenergie sowie das Vakuum des Weltraums zur Wärmeableitung. Große Akteure wie SpaceX und Blue Origin erforschen ebenfalls weltraumgestützte Datacenter-Lösungen.
In Europa werden Lösungen unterirdisch gefunden. Norwegens Lefdal Mine Datacenter operiert in einer ehemaligen Bergmine und nutzt Wasser- und Windkraft sowie Fjordwasser zur Kühlung. Schwedens Bahnhof Data Centers platziert seine Anlagen ebenfalls unterirdisch, unter anderem in einem ehemaligen Atombunker, und leitet Wärme in lokale Fernwärmenetze um.