Energiebedarf von Rechenzentren belastet US-Industrie
Der steigende Energiebedarf von Rechenzentren in den USA erhöht die Stromkosten für Industriehersteller und gefährdet damit die "Made in America"-Initiative. Die Stromrechnungen von Fabriken steigen schneller als die anderer Geschäftskunden.

Der stark steigende Energiebedarf von Rechenzentren in den Vereinigten Staaten belastet den größten Stromnetzbetreiber des Landes, PJM Interconnection. Dieser Anstieg führt zu deutlich höheren Stromkosten für Industriekunden, darunter Stahlwerke und Ziegelfabriken, und gefährdet damit potenziell die "Made in America"-Initiative von Präsident Donald Trump, die auf die Wiederbelebung der US-Fertigungsindustrie abzielt.
Eine Analyse von Reuters ergab, dass die Stromrechnungen von Fabriken generell schneller steigen als die anderer Geschäftskunden oderprivater Verbraucher. Die Belden Brick Company, ein 141 Jahre alter Ziegelhersteller in Ohio, steht beispielhaft dafür: Ihre monatlichen Stromrechnungen sind aufgrund erhöhter Kapazitätsgebühren in der 13-Bundesstaaten-Region von PJM von 1.600 auf 12.000 US-Dollar gestiegen.
Die Steel Manufacturers Association warnte, dass US-Stahlunternehmen, von denen viele in der von PJM abgedeckten "Rust Belt"-Region ansässig sind, jährlich zehn Millionen Dollar mehr für Strom ausgeben müssen. Strom macht 20 bis 40 Prozent der gesamten Produktionskosten für Stahl aus, was steigende Energiekosten zu einem kritischen Faktor für die Rentabilität der Branche macht.
Die Situation stellt eine komplexe Herausforderung dar, da der erhöhte Energiebedarf von Rechenzentren, oft angetrieben durch Fortschritte in der künstlichen Intelligenz, die Kosten für die traditionelle Fertigungsindustrie erhöht. Dies steht im Gegensatz zur gleichzeitigen politischen Unterstützung für die Technologieunternehmen, die den Rechenzentrumsboom vorantreiben, und schafft eine Spannung zwischen industrieller Unterstützung und technologischem Wachstum.