DBU schlägt sechs Ansätze für besseres Kunststoffrecycling vor
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat ein Positionspapier veröffentlicht, das sechs Lösungsansätze zur Entwicklung eines funktionsfähigen Marktes für Kunststoffrezyklate und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche aufzeigt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat ein Positionspapier vorgestellt, das sechs Strategien zur Schaffung eines tragfähigen Marktes für Kunststoffrezyklate vorschlägt. Eine Studie des Wuppertal Instituts im Auftrag der DBU kommt zu dem Schluss, dass die Branche dringend neue Impulse zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit benötigt.
Die Situation ist angespannt, da die kommende EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) ab 2030 Mindestquoten für den Einsatz von Rezyklaten vorschreibt. Mangelnde Investitionssicherheit führt jedoch dazu, dass immer mehr Unternehmen im Kunststoffrecycling aufgeben, was zu einem Verlust von Know-how und einer drohenden „Rezyklatlücke“ führt.
Das „Positionspapier“, das auf der IFAT-Messe in München präsentiert wurde, schlägt sechs Lösungsansätze vor. Dazu gehören die stärkere Nutzung öffentlicher Beschaffung zur Skalierung von Recyclingtechnologien, die Ergänzung von Mindestrezyklatquoten durch einen effizienten Allokationsmechanismus analog zum Emissionshandel sowie eine deutliche Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Weiterhin wird eine Reduzierung der Materialvielfalt gefordert, um wirtschaftlich rentable Recyclingverfahren zu ermöglichen. Globale Standards für erweiterte Herstellerverantwortung und die gezielte Förderung neuer Geschäftsmodelle seien ebenfalls notwendig.
Die DBU betont, dass das geplante Aktionsprogramm der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie gute Ansatzpunkte für die schnelle Umsetzung dieser Maßnahmen im Kunststoffbereich bietet.