DEHN definiert Standards für den Blitzschutz von Photovoltaik-Dachanlagen
Der Schutz vor Blitzeinschlägen und Überspannungen ist bei PV-Dachanlagen entscheidend für die Betriebssicherheit und den Brandschutz.

DEHN hat neue Vorgaben für den Blitz- und Überspannungsschutz von Photovoltaik-Dachanlagen veröffentlicht. Angesichts der hohen Verbreitung von PV-Anlagen in Deutschland und deren jahrzehntelanger Exposition gegenüber Witterungseinflüssen betont das Unternehmen die Notwendigkeit technischer Schutzkonzepte, um Schäden an Modulen, Wechselrichtern und der Gebäudeinfrastruktur zu vermeiden.
Blitzentladungen führen oft zu leitungsgebundenen Störungen, deren Intensität mit der Länge der Kabelwege und der Größe der Leiterschleifen zunimmt. Um das Schadensrisiko gemäß DIN EN 62305-2 korrekt einzuschätzen, bietet DEHN das Analysetool „DEHNsupport“ an. Ziel ist es, ein wirtschaftlich optimiertes Schutzniveau zu erreichen, ohne den technischen Aufwand unverhältnismäßig zu steigern.
Seit Einführung der DIN VDE 0100-443 im Jahr 2016 ist der Überspannungsschutz in allen neu geplanten Gebäuden verpflichtend. Dies betrifft auch die AC- und DC-Seite sowie Kommunikationsleitungen von Solaranlagen. Die korrekte Verlegung der Kabel, insbesondere die Vermeidung großflächiger Leiterschleifen, spielt eine zentrale Rolle bei der Reduzierung von induzierten Spannungsspitzen.
DEHN stellt klar, dass eine PV-Anlage das Risiko eines Blitzeinschlags zwar nicht erhöht, aber die Auswirkungen auf das Gebäude verschärfen kann. Daher ist sicherzustellen, dass die Installation von PV-Modulen bestehende Blitzschutzmaßnahmen nicht beeinträchtigt. Ein Schutz gemäß Schutzklasse III (LPL III) wird für den Großteil der PV-Anlagen als Standardanforderung empfohlen.