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Verbraucher

Deutsche Umwelthilfe kritisiert Verpackungsgesetz, ehrt Mehrweginnovationen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert das neue Verpackungsgesetz für mangelnde Förderung von Mehrwegsystemen und zeichnet gleichzeitig drei Unternehmen für ihre innovativen Mehrweglösungen aus.

19. Juni 2026
Deutsche Umwelthilfe kritisiert Verpackungsgesetz, ehrt Mehrweginnovationen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat das am Vortag verabschiedete deutsche Verpackungsgesetz scharf kritisiert. Laut der DUH verpasst das Gesetz die Chance, eine zentrale und verbindliche finanzielle Förderung für Mehrwegsysteme zu etablieren, die für das Erreichen von EU-Abfallvermeidungszielen notwendig seien.

"Für eine ressourcenresiliente und umweltschonende Verpackungswirtschaft brauchen wir skalierte Mehrwegsysteme. Der Bundestag steuert mit dem gestern beschlossenen Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz allerdings weiter auf einem Einweg-Kurs", sagte Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. Sie appellierte an Bundesumweltminister Carsten Schneider, das Gesetz zu novellieren und eine wirksame finanzielle Mehrwegförderung durchzusetzen.

Auf der gleichzeitig stattgefundenen vierten Deutschen Mehrwegkonferenz, die über 550 Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vereinte, wurden drei Unternehmen für ihre innovativen Mehrweglösungen mit dem Mehrweg-Innovationspreis ausgezeichnet. Die Preisträger dotch, Sykell und Plöckl Media Group wurden für digitale Lösungen zur Effizienzsteigerung von Mehrweglogistik sowie für ein neues Mehrwegsystem für Lebensmittelverpackungen geehrt.

Jens Oldenburg, Geschäftsführer der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM), betonte die Notwendigkeit gezielter Anschubfinanzierungen, um Unternehmen die Skalierung ihrer Innovationen zu ermöglichen. Er wies darauf hin, dass Mehrwegunternehmen trotz vorhandener Lösungen weiterhin Unterstützung benötigen, um die Ziele der EU-Verpackungsverordnung zu erreichen.

Die Konferenz, die erstmals im Rahmen der Reuse Logistics and Leadership Days (RLLD) der SIM ausgerichtet wurde, unterstrich das wachsende Interesse an praxistauglichen Mehrweglösungen zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und zur Ressourcensicherung.

Originalquelle: duh.de