Deutsche Umwelthilfe: Ein Viertel der Landkreise mit hohem Hochwasserrisiko
Fast ein Viertel aller deutschen Landkreise birgt ein hohes Risiko für schwere Schäden bei einem "Jahrhunderthochwasser". Dies ergab die "Hochwasser-Check 2026"-Analyse der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Der Ortenaukreis in Baden-Württemberg wies das deutschlandweit höchste Risiko auf.

Der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge weist fast ein Viertel der deutschen Landkreise ein hohes Risiko für schwere Schäden bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser auf. Die am Montag veröffentlichte Auswertung "Hochwasser-Check 2026" identifizierte 98 von 400 Landkreisen als hochgradig gefährdet. Weitere 184 Kreise wurden als mäßig gefährdet eingestuft.
Der Hochwasser-Risikograd wird durch die potenziell betroffene Fläche und die Anzahl gefährdeter Adressen bei einem hundertjährigen Hochwasser bestimmt. Laut der Untersuchung weist der Ortenaukreis in Baden-Württemberg die höchste Risikoeinstufung bundesweit auf.
DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner erklärte, die Ergebnisse verdeutlichten die dringende Notwendigkeit von flächendeckendem Hochwasserschutz angesichts der Klimakrise. Er forderte die Stärkung naturbasierter Lösungen und die konsequente Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung für die Natur.
Die Analyse zeigt zudem, dass historische Bebauung in Flussauen besonders anfällig für Schäden ist, falls technische Schutzsysteme versagen. Die höchsten Risiken konzentrieren sich entlang großer, dicht besiedelter Flüsse wie Rhein, Donau und Elbe. Die DUH fordert ein striktes Bauverbot in Überschwemmungsgebieten und die Priorisierung naturbasierter Ansätze im Hochwasserschutz.