Deutsche Umwelthilfe kritisiert EU-Pläne zur Einstufung von Verbrennern als emissionsfrei
Die DUH warnt vor einer neuen Fahrzeugkategorie im EU-Umweltausschuss, die Verbrennungsmotoren mit Biokraftstoffen als emissionsfrei deklarieren könnte.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) übt scharfe Kritik an einem anstehenden Votum im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments. Am 4. November soll über eine Revision der CO2-Flottengrenzwerte entschieden werden, bei der die Einführung der Kategorie „Vehicles Running Exclusively on Eligible Fuels“ (VEEF) zur Debatte steht. Diese soll es ermöglichen, herkömmliche Verbrennungsmotoren bei der Nutzung bestimmter Kraftstoffe als emissionsfrei einzustufen.
Nach Einschätzung der DUH ist dieser Ansatz wissenschaftlich und klimapolitisch fragwürdig. Die Verwendung von Kraftstoffen auf Basis von Agrarprodukten könne aufgrund des hohen Flächenverbrauchs sogar zu höheren Treibhausgasemissionen führen als fossile Kraftstoffe. Zudem stoßen Verbrennungsmotoren unabhängig vom Kraftstoff gesundheitsgefährdende Abgase aus.
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch bezeichnet das Vorhaben als „Pervertierung von Klimaschutz“. Er warnt, dass dadurch die CO2-Regulierung ausgehöhlt werde, da Hersteller unbegrenzt Verbrenner verkaufen könnten, während sie offiziell eine emissionsfreie Flotte ausweisen. Die DUH fordert die Abgeordneten auf, die VEEF-Kategorie abzulehnen, um die Verkehrswende nicht zu gefährden.