DUH fordert behördliches Einschreiten gegen KTM-Motorräder
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Einleitung von Untersuchungen gegen den Motorradhersteller KTM beantragt. Laut DUH könnten bis zu 25.000 Motorräder ohne gültige Typgenehmigung verkauft worden sein, was zu erhöhten Lärm- und Schadstoffemissionen führe.

Berlin, 8. Juni 2026 – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat einen Antrag beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gestellt, um Ermittlungen gegen den österreichischen Motorradhersteller KTM einzuleiten. Die DUH fordert die Behörde auf, gegen zehntausende Motorräder vorzugehen, die mutmaßlich ohne gültige Typgenehmigung verkauft wurden und zu erhöhten Lärm- und Schadstoffemissionen führen.
Medienberichten und Enthüllungen eines internationalen Recherche-Konsortiums zufolge sollen die Enduro-Motorräder von KTM eine Typgenehmigung für stark gedrosselte Versionen erhalten haben. Dem Hersteller wird vorgeworfen, diesen dennoch serienmäßig Umrüst-Kits und Software mitzuliefern, welche die Drosselung aufheben. Dies würde zu einer Vervielfachung der Motorleistung, einer deutlichen Lärmsteigerung und einer zehnfachen Erhöhung der Schadstoffemissionen im Vergleich zur genehmigten Version führen. Die DUH fordert das KBA auf, die betreffenden Typgenehmigungen zu widerrufen und den Hersteller mit empfindlichen Sanktionen zu belegen.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärt, KTM habe über Jahre hinweg bewusst rechtswidrig hohe Schadstoffkonzentrationen und Lärmbelästigungen in Kauf genommen. Er betont, dass der Hersteller Händlern Umrüstpakete zur Verfügung stelle, die eine Leistungssteigerung ermöglichen. Die DUH schätzt, dass bis zu 25.000 solcher Fahrzeuge möglicherweise illegal im deutschen Straßenverkehr unterwegs sind.
Obwohl KTM von den Käufern eine Erklärung verlangt, dass die Motorräder nicht im Straßenverkehr, sondern nur bei Wettbewerben oder auf Privatgelände genutzt werden, hält die DUH dies nicht für ausreichend, um den Hersteller von seiner Verantwortung zu entbinden. Die Organisation betrachtet die Verkaufsstrategie als systematischen Versuch, Vorschriften zu umgehen, und fordert nun ein wirksames Eingreifen der Behörden.