Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Grundschleppnetzfischerei im Wattenmeer
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. hat eine Klage gegen die Grundschleppnetzfischerei im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer eingereicht. Die Umweltorganisation fordert ein Verbot der zerstörerischen Fischfangmethode.

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat rechtliche Schritte gegen die Grundschleppnetzfischerei im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer eingeleitet. Die Umweltorganisation wirft der Methode, die vor allem zur Krabbenfischerei eingesetzt wird, vor, das sensible marine Ökosystem und dessen Artenvielfalt erheblich zu schädigen.
Laut DUH werden Grundschleppnetze mit schweren Metallkufen und Ketten mehr als 36.000 Stunden pro Jahr über den Meeresboden gezogen. Diese Praxis zerstört wichtige Lebensräume wie Sandkorallenriffe, Austern- und Miesmuschelbänke sowie Seegraswiesen. Die Zerstörung dieser Habitate wirkt sich direkt auf die Fischbestände aus und reduziert die Nahrungsquelle für Arten wie Schweinswale und Seevögel.
Die DUH kritisiert die Nationalparkverwaltung und die Landesbehörden dafür, die gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfungen für diese Fischerei nicht durchgeführt zu haben. Mit der Klage fordert die Organisation nun ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei im Nationalpark, um das Meeresschutzgebiet zu schützen und wiederherzustellen.
Die Umwelthilfe betont die Bedeutung des Wattenmeeres als Laich- und Aufzuchtgebiet für zahlreiche Fischarten und hebt hervor, dass dessen ökologischer Zustand die gesamte Nordsee beeinflusst. Zudem wird durch das Aufwirbeln des Meeresbodens gespeicherter Kohlenstoff freigesetzt, was die Klimakrise verschärft.