Deutsche Umwelthilfe verklagt Grundschleppnetzfischerei im Wattenmeer
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat mit Unterstützung der Environmental Justice Foundation (EJF) Klage gegen die Grundschleppnetzfischerei im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer eingereicht. Die Verbände fordern die Durchführung vorgeschriebener Schutzmaßnahmen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat, unterstützt von der Environmental Justice Foundation (EJF), Klage gegen die Grundschleppnetzfischerei im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer beim zuständigen Verwaltungsgericht eingereicht. Die Umweltorganisationen werfen den zuständigen Behörden vor, ihre Verpflichtungen zum Schutz sensibler Meeresbodenlebensräume gemäß EU-Naturschutzrecht zu verletzen.
Klagegegner ist der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH). Die DUH und EJF fordern die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Verträglichkeitsprüfung für die Grundschleppnetzfischerei und ein Verbot dieser Fangmethode im Nationalpark. Nach Einschätzung der Verbände führt die jährlich zu Tausenden von Stunden betriebene Grundschleppnetzfischerei zu schweren Schäden, unter anderem an Strukturen wie Sandkorallenriffen, die bereits aus dem Nationalpark verschwunden seien.
Bundesgeschäftsführer der DUH, Sascha Müller-Kraenner, erklärte, der Nationalpark dürfe nicht nur auf dem Papier bestehen. Er betonte, die Grundschleppnetzfischerei müsse aus dem Schutzgebiet verschwinden, und da die Behörden ihrer Pflicht nicht nachkämen, werde nun gerichtlich der Schutz des Wattenmeers durchgesetzt.
Steve Trent, Geschäftsführer und Gründer der Environmental Justice Foundation, äußerte, dass Grundschleppnetzfischerei in Schutzgebieten keinen Platz habe. Er hob hervor, dass diese Gebiete Kinderstuben und Rückzugsräume für Meereslebewesen seien und die Grundlage für nachhaltige Fischerei bildeten. Die weitere Zerstörung geschützter Lebensräume sei weder sozial, wirtschaftlich noch ökologisch zu rechtfertigen.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen seit Jahren erhebliche Schäden der Grundschleppnetzfischerei an Meeresbodenlebensräumen, was zu Rückgängen bei Biomasse und Artenvielfalt sowie zu langfristigen Veränderungen der Sedimentstruktur und der Nahrungsketten im Wattenmeer und anderen Teilen der Nordsee führt. Die EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie identifiziert die „weit verbreitete Grundschleppnetzfischerei“ zudem als größten Belastungsfaktor für diese Lebensräume.