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Einzelhandel

Deutsche Umwelthilfe erwirkt Verzicht auf "klimaneutrale" Werbung durch Netto

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat ein rechtskräftiges Urteil gegen irreführende Werbung mit "Klimaneutralität" erzielt. Der Discounter Netto verzichtet auf die Berufung in einem Verfahren um die Bewerbung seines Fertigkaffees Cafèt Latte Cappuccino.

12. Oktober 2026
Deutsche Umwelthilfe erwirkt Verzicht auf "klimaneutrale" Werbung durch Netto

Berlin – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen irreführende Klimaneutralitätswerbung erzielt. Der Lebensmitteldiscounter Netto Marken-Discount hat seine Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Amberg zurückgezogen. Dieses Urteil untersagte die Bewerbung des Fertigkaffees Cafèt Latte Cappuccino als „klimaneutral“.

Die DUH hatte argumentiert, dass die angebliche Klimaneutralität des Produkts ausschließlich auf dem Kauf von Emissionsgutschriften aus kurzlebigen Waldprojekten beruhte. Das Landgericht Amberg hatte entschieden, dass eine solche Werbung unzulässig ist, wenn sie nicht durch tatsächliche, nachgewiesene CO2-Reduktionen des beworbenen Produkts gestützt wird.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, bezeichnete den Erfolg als klares Signal an den Handel, die Verbraucher nicht länger durch unseriöse Klimaneutralitätsversprechen zu täuschen. Er betonte, dass bereits zahlreiche Gerichtsentscheidungen die Notwendigkeit strenger Vorgaben für solche Werbeaussagen bestätigt hätten. Resch forderte Unternehmen auf, ihre Emissionen real zu senken und sich nicht auf ungedeckte Kompensationszertifikate zu verlassen.

Die DUH fordert zudem die Bundesregierung auf, die neue EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel zum Anlass zu nehmen, um Werbung mit Klimaneutralität zu verbieten, sofern diese ausschließlich auf Kompensationsmaßnahmen basiert. Dieser Fall unterstreicht die wachsende Sensibilität und regulatorische Überprüfung von Umweltaussagen im Marketing.

Originalquelle: duh.de