DiGA-E-Rezept: Jetzt im Produktivbetrieb? TI-Rollout sorgt für Versorgungschaos
Die Einführung von E-Rezepten für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Deutschland beschleunigt sich, erfordert aber starke Nutzeridentifikation und führt zu Verunsicherung. Pharma Deutschland kritisiert mangelnde Kommunikation.

Berlin – Die Einführung von E-Rezepten für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Deutschland schreitet schneller voran als ursprünglich erwartet, führt jedoch zu Verunsicherung und Unklarheit bei Patienten. Neue Zahlen der gematik deuten auf eine gestiegene Nutzung hin, obwohl Pilotphasen zuvor ernüchternde Raten bei der Einlösung zeigten.
Die offizielle Einführung der DiGA-E-Rezepte war für den 1. Januar 2025 vorgesehen. Da sich der Einlöseprozess von DiGA-E-Rezepten grundlegend vom Arzneimittel-E-Rezept unterscheidet, verzögerte sich die Implementierung im E-Rezept-Fachdienst bis Mai 2025. Die verpflichtende Anwendung durch Ärzte wurde verschoben und eine Pilotierung beauftragt. Die Ergebnisse der Pilotierung fielen mit einer Einlösequote von nur etwa 15 Prozent enttäuschend aus.
Aktuelle Zahlen der gematik zeigen nun jedoch eine gestiegene Verordnungspraxis von DiGA-E-Rezepten. Dies hat bei einigen DiGA-Herstellern zu Verunsicherung geführt, da Versicherte vermehrt Anfragen stellen. Die Einlösung eines E-Rezepts über eine E-Rezept-App setzt zwingend eine Gesundheits-ID in Verbindung mit der elektronischen Patientenakte (ePA) voraus. Alternative Einlöseverfahren, die von DiGA-Herstellerverbänden gefordert wurden, wurden bisher nicht umgesetzt.
Pharma Deutschland kritisiert, dass diese Art des Rollouts von digitalen Gesundheitsanwendungen ohne klare Kommunikation an alle Beteiligten die Versorgung mit innovativen Therapien verschlechtert und zu Verwirrung im Gesundheitswesen führen kann.