Regisseur Lee Chang-dong thematisiert Massenentlassungen in neuem Film
Der Film Possible Love von Lee Chang-dong befasst sich mit den langfristigen Folgen eines massiven Stellenabbaus in einem südkoreanischen Großunternehmen.

Der siebte Spielfilm des Regisseurs Lee Chang-dong, Possible Love, basiert auf realen Ereignissen aus dem Jahr 2009, als ein südkoreanischer Mischkonzern ein Drittel seiner Belegschaft – insgesamt 2.600 Mitarbeiter – entließ. Der Film beleuchtet die Phase nach den Kündigungen, in der eine überdurchschnittlich hohe Suizidrate unter den ehemaligen Angestellten verzeichnet wurde.
Anstatt den Fokus auf den eigentlichen Arbeitskampf zu legen, widmet sich der Film der unübersichtlichen Zeit danach. Lee setzt sich dabei erneut mit Themen wie Klassengegensätzen, Religion und der forcierten Modernisierung Südkoreas auseinander, ohne dabei in eine belehrende Erzählweise zu verfallen.
Mit dem einleitenden Zitat „Du sollst nicht begehren“ setzt der Regisseur einen ethischen Rahmen für die Handlung. Der Film verzichtet auf eine rein dokumentarische Aufarbeitung und wählt stattdessen einen differenzierten Ansatz, um die sozialen Spannungen und die moralischen Fragen innerhalb des wirtschaftlichen Systems darzustellen.