Bilder entfernter Galaxie decken verborgene Dunkle Materie auf
Astronomen haben durch Gravitationslinseneffekte bei der fernen Galaxie HerS-3 einen signifikanten Dunkle-Materie-Ballungsraum entdeckt. Die im Astrophysical Journal veröffentlichten Ergebnisse basieren auf Beobachtungen mehrerer fortschrittlicher Teleskope.

Die Chalmers Universität für Technologie in Schweden hat in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam eine beträchtliche Menge an Dunkler Materie mithilfe des Gravitationslinseneffekts bei der fernen Galaxie HerS-3 nachgewiesen. Die im September 2025 im Astrophysical Journal veröffentlichte Studie nutzte detaillierte Beobachtungen, um diese unsichtbare Komponente des Universums zu kartieren.
Das Phänomen der Gravitationslinseneffekte tritt auf, wenn die Schwerkraft eines massereichen Objekts, wie eines Vordergrund-Galaxienhaufens, das Licht einer weiter entfernten Quelle krümmt. In diesem Fall fungierten vier massereiche Vordergrundgalaxien als Linse, die das Licht von HerS-3 zu fünf unterschiedlichen Bildern verzerrte und vergrößerte, was als Einstein-Kreuz bekannt ist. Die Forscher stellten jedoch fest, dass die sichtbaren Galaxien allein nicht die präzise Anordnung und Verzerrung dieser mehrfachen Bilder erklären konnten.
Die Modellierung des Linseneffekts ergab, dass eine signifikante, unsichtbare Komponente notwendig war, um die beobachteten Bilder korrekt wiederzugeben. Diese unsichtbare Struktur, identifiziert als eine Konzentration Dunkler Materie, wird auf eine Masse geschätzt, die Billionen von Sonnen entspricht. Dunkle Materie, die etwa 80 Prozent der Gesamtmasse des Universums ausmachen soll, ist durch elektromagnetische Strahlung nicht nachweisbar, aber ihr gravitativen Einfluss kann gemessen werden.
Die Forschung umfasste die Kombination von Daten mehrerer leistungsstarker Teleskope, darunter das Northern Extended Millimeter Array (NOEMA), das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), das Karl G. Jansky Very Large Array (VLA) und das Hubble-Weltraumteleskop. Die Chalmers-Astronomin Kirsty May Butler wies auf die Seltenheit einer solchen Beobachtung hin und betonte die entscheidende Rolle der interdisziplinären Zusammenarbeit bei astronomischen Entdeckungen.
Diese Entdeckung liefert wichtige Einblicke in die Verteilung der Dunklen Materie und ihren Einfluss auf die Entstehung großräumiger kosmischer Strukturen. Sie untermauert das Verständnis, dass Dunkle Materie eine grundlegende Rolle bei der Gestaltung des Universums spielt, wie wir es heute beobachten.