Unterscheidung zwischen Winterblues und saisonaler Depression
Die Frankfurter Rundschau erläutert mit psychiatrischer Expertise, ab wann ein winterliches Stimmungstief klinische Relevanz erlangt.

Psychiater Prof. Dr. Andreas Menke differenziert zwischen dem weit verbreiteten „Winterblues“ und einer behandlungsbedürftigen saisonal abhängigen Depression (SAD). Während der Winterblues meist eine vorübergehende Verstimmung darstellt, beeinträchtigt eine echte Winterdepression über Wochen hinweg maßgeblich die Arbeits- und Beziehungsfähigkeit des Betroffenen.
Zu den Warnzeichen für eine klinische Depression gehören eine mindestens zweiwöchige anhaltende Niedergeschlagenheit, der Verlust der Freude an gewohnten Aktivitäten sowie ein Rückzug aus sozialen Kontakten. Ein charakteristisches Merkmal der Winterdepression ist laut Menke zudem das Auftreten atypischer Symptome wie erhöhte Müdigkeit trotz gesteigertem Schlafbedürfnis sowie Heißhunger auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel.
Die Ursachen liegen in einem komplexen Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und dem Lichtmangel, der den Schlaf-Wach-Rhythmus und das Immunsystem stört. Bei einer starken Beeinträchtigung des Alltags raten Mediziner dazu, fachärztliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.