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Wissenschaft

Hauskatzen kamen vor 2000 Jahren nach Europa

Genomanalysen von Katzenresten aus fast 100 archäologischen Fundorten zeigen, dass Hauskatzen erst vor etwa 2000 Jahren aus Nordafrika nach Europa gelangten und nicht, wie bisher angenommen, aus dem Nahen Osten.

12. Oktober 2026
Hauskatzen kamen vor 2000 Jahren nach Europa

Genomische Analysen von Katzenresten aus fast 100 archäologischen Fundorten haben ergeben, dass Hauskatzen offenbar erst vor etwa 2000 Jahren aus Nordafrika nach Europa kamen. Dies widerspricht früheren Annahmen, die eine Ankunft mit neolithischen Bauern aus dem Nahen Osten vor 6000 bis 7000 Jahren postulierten.

Die von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) unterstützte internationale Forschergruppe analysierte DNA von 87 antiken und modernen Katzen. Die ältesten Proben stammten von vor etwa 11.000 Jahren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Hauskatze (Felis catus) vom nordafrikanischen Wildling (Felis lybica lybica) abstammt und ihre Ausbreitung nach Europa wesentlich später als bisher angenommen erfolgte.

Die Forscher vermuten, dass nordafrikanische Wildkatzen, die wahrscheinlich von den Nahrungsquellen in Siedlungen und Häfen angezogen wurden, von Seefahrern nach Europa gebracht wurden. Zwei genetisch unterschiedliche nordafrikanische Populationen wurden identifiziert. Eine erreichte Sardinien und begründete dort den bis heute bestehenden Wildkatzenbestand, während die andere während der Römerzeit das europäische Festland erreichte und maßgeblich zum Genpool moderner Hauskatzen beitrug.

Die Studie, an der auch die Bayerische Staatssammlung für Paläoanatomie der LMU beteiligt war, wirft neues Licht auf die komplexe Domestikationsgeschichte und die Verbreitung von Katzen. Zukünftige Forschung soll die frühen Phasen der Katzenhaltung in Nordafrika genauer zeitlich und geografisch eingrenzen.

Originalquelle: lmu.de