DUH: Fast eine Million Bäume aus deutschen Städten verschwunden
Der „Hitze-Check 2026“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt, dass zwischen 2018 und 2025 fast eine Million Bäume in den untersuchten deutschen Städten verloren gegangen sind.

Berlin, 9. Juni 2026 – Der „Hitze-Check 2026“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat ergeben, dass in deutschen Städten ein signifikanter Verlust an Bäumen und Grünflächen zu verzeichnen ist. In den untersuchten 195 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern sind zwischen 2018 und 2025 über 900.000 Bäume verschwunden.
Die Studie beleuchtet die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels in städtischen Gebieten, mit einem besonderen Fokus auf Hitzewellen und den Rückgang städtischer Grüninfrastruktur. Neben dem Verlust von Bäumen zeigt die Untersuchung auch eine fortlaufende Zunahme versiegelter Flächen. Nur sieben Städte erfüllten die wissenschaftlich empfohlene Zielvorgabe von mindestens 30 Prozent Baumkronenbedeckung. Der Hitzebetroffenheitsindex, der versiegelte Flächen, das Volumen von Grünflächen, die Oberflächentemperatur und die Bevölkerungsdichte berücksichtigt, hat sich im Vergleich zum Vorjahr generell verschlechtert.
Offenburg, Lahr und Mannheim wurden als Städte mit den schlechtesten Ergebnissen identifiziert, während Kiel und Wuppertal als positive Beispiele hervorgehoben wurden. Die DUH fordert Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken auf, einen wirksamen Masterplan für Hitzeschutz mit verbindlichen Standards für Stadtgrün zu implementieren. Die „3-30-300-Regel“ – die besagt, dass Anwohner mindestens drei Bäume von zu Hause aus sehen, in Gebieten mit 30 Prozent Baumkronen bedeckung leben und sich maximal 300 Meter von einer Grünfläche entfernt befinden sollten – wurde als wichtige Empfehlung hervorgehoben.
DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz betonte die Notwendigkeit für Städte, in Grünflächen und Bäume zu investieren, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Einwohner zu gewährleisten. „Bäume sind unsere grünen Lungen“, erklärte Metz und forderte staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Flächenversiegelung und zur Erhöhung der städtischen Begrünung bei allen Bau- und Renovierungsprojekten. Die DUH hat zudem eine Petition zum Schutz von Stadtbäumen gestartet.
Unter Verwendung von hochauflösenden Satellitendaten wurden Gebiete analysiert, in denen Bäume effektiv Schatten spenden und städtische Umgebungen kühlen. Die gesammelten Daten unterstützen Städte bei der Identifizierung von Defiziten und den Bedürfnissen von besonders hitzebelasteten Gebieten. Die DUH ermutigt die Bürger, Bäume, die von der Fällung bedroht sind, zu melden und sich aktiv für mehr Grünflächen in ihren Gemeinden einzusetzen.