Duke-NUS entdeckt starkes Antikörper gegen Dengue-Virus
Forscher der Duke-NUS Medical School haben einen neuen, hochwirksamen Antikörper identifiziert, der Dengue-Viren in kleinsten Mengen neutralisieren kann. Die Entdeckung könnte die Entwicklung neuer Dengue-Behandlungen voranbringen.

Eine Studie unter der Leitung der Duke-NUS Medical School hat einen neuen Antikörper mit außergewöhnlicher Potenz gegen das Dengue-Virus identifiziert, der es in sehr geringen Mengen neutralisieren kann. Der Antikörper mit der Bezeichnung 5J7 erwies sich in der Untersuchung als so wirksam, dass nur 10-9 Gramm zur Hemmung der Infektiosität von Dengue-Virus-Serotyp 3 (DENV-3) benötigt wurden.
Diese Entdeckung bietet Potenzial für die Entwicklung wirksamer Dengue-Behandlungen. Die Dengue-Inzidenz ist in den letzten 50 Jahren weltweit erheblich gestiegen und stellt eine erhebliche Belastung für die Gesundheitssysteme dar. Die fehlenden zugelassenen Impfstoffe oder Therapeutika sind jedoch teilweise auf das Vorhandensein von vier zirkulierenden Virustypen (DENV1-4) zurückzuführen, was die Entwicklung erschwert.
Die in Nature Communications veröffentlichte Studie umfasste die Isolierung von 5J7 aus rund 200 potenziellen Antikörpermolekülen durch die Untersuchung von Blutproben eines Dengue-infizierten Patienten. Hochauflösende Bilder des Virus-Antikörper-Komplexes zeigten, dass jeder Arm des Antikörpers gleichzeitig an drei Oberflächenproteine des Virus binden kann. Diese Bindungsstellen sind entscheidend für die Fähigkeit des Virus, Wirtszellen zu infizieren.
Laut Associate Professor Shee Mei Lok, leitende Autorin der Studie, erklärt dieser beispiellose Bindungsmechanismus die hohe Potenz des Antikörpers. Indem er die Oberflächenproteine des Virus fixiert, verhindert Antikörper 5J7 die für die Zellinvasion notwendige Bewegung und immobilisiert das Virus effektiv.
Während Antikörper 5J7 gegen DENV-3 wirksam ist, werden weitere Untersuchungen seine Wirksamkeit gegen die verbleibenden Dengue-Serotypen (DENV-2 und DENV-4) berücksichtigen. Die Studie thematisiert auch die Komplexität von sekundären Dengue-Infektionen, bei denen eine Infektion mit einem Serotyp später durch einen anderen Serotyp eine schwere Krankheitsverlaufsverschlimmerung verursachen kann, obwohl er lebenslange Immunität gegen den ersten Serotyp bietet.