Ost-Gorilla: Berggorillas erholen sich, Flachlandgorillas nehmen ab
Die erste "Green Status"-Bewertung der IUCN für den Ost-Gorilla zeigt unterschiedliche Entwicklungen bei den Unterarten. Berggorillas verzeichnen Zuwächse, während die Bestände des Östlichen Flachlandgorillas zurückgehen.

Die erste umfassende „Green Status“-Bewertung des Ost-Gorillas ( Gorilla beringei), geleitet von Senckenberg-Forschern, offenbart divergierende Schutzentwicklungen bei seinen beiden Unterarten. Während die Bestände des Berggorillas ( Gorilla beringei beringei) dank nachhaltiger Schutzbemühungen zugenommen haben, sind die Populationen des Östlichen Flachlandgorillas ( Gorilla beringei graueri) in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich zurückgegangen.
Der Ost-Gorilla, die größte lebende Menschenaffenart, ist ausschließlich in den tropischen Wäldern Zentral- und Ostafrikas beheimatet. Beide Unterarten gelten als stark bedroht und leiden unter Lebensraumverlust, Wilderei und bewaffneten Konflikten. Die IUCN-Bewertung, an der über 60 Experten beteiligt waren, analysierte historische Verbreitungsgebiete, aktuelle Populationen, Bedrohungen und die Auswirkungen von Schutzmaßnahmen.
Obwohl die Population des Östlichen Flachlandgorillas in den letzten 20 Jahren schätzungsweise um 60 Prozent auf weniger als 7.000 Exemplare zurückgegangen ist, zeigt die Studie, dass Schutzmaßnahmen noch gravierendere Verluste verhindert haben. In einigen Gebieten der Demokratischen Republik Kongo, wie dem Oku Community Reserve und dem Nkuba Conservation Area, blieben die Populationen des Östlichen Flachlandgorillas trotz anhaltender Unruhen relativ stabil.
Der „Green Status“-Ansatz misst den Fortschritt einer Art auf dem Weg zur vollständigen Erholung in ihrem natürlichen Lebensraum. Während beim Ost-Gorilla insgesamt eine Erholung festgestellt wird, verdeutlicht der Erfolg des Berggorillas die Wirksamkeit intensiver, langfristiger Naturschutzarbeit, während die Situation des Östlichen Flachlandgorillas die dringende Notwendigkeit unterstreicht, diese Bemühungen aufrechtzuerhalten und auszuweiten.