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Wissenschaft

Ebola-übertragende Tiere in Afrika möglicherweise weiter verbreitet

Eine neue Studie legt nahe, dass die Lebensräume von Fledermausarten, die Ebola übertragen können, in Afrika weiter gefasst sind als bisher angenommen. Die Ergebnisse sollen Vorhersagen und Präventionsmaßnahmen verbessern.

29. September 2026
Ebola-übertragende Tiere in Afrika möglicherweise weiter verbreitet
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Frankfurt am Main. Wissenschaftler haben erstmals die potenziellen Lebensräume von Fledermausarten modelliert, die als Überträger des Ebola-Virus in Afrika gelten. Laut einer Studie des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment und der Goethe-Universität ist das Verbreitungsgebiet dieser Arten größer als bisher angenommen. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Das Ebolavirus zählt zu den gefährlichsten Krankheitserregern weltweit. Insbesondere das Zaire-Ebolavirus ist hochgradig tödlich mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 88 Prozent. Es wird angenommen, dass das Virus primär durch verschiedene Arten von Flughunden und Fledermäusen übertragen wird. Das Verständnis der Verbreitung dieser Reservoirwirte ist entscheidend für die Vorhersage und Kontrolle von Ausbrüchen.

Die Forschung analysierte die ökologischen Nischenansprüche und klimatischen Bedingungen von neun verschiedenen Flughund- und Fledermausarten in Afrika. Die Modellierung ergab, dass geeignete Lebensräume in einem breiten Gürtel von West- bis Ostafrika, einschließlich großer Teile Zentralafrikas, existieren. Einige Arten könnten potenziell sogar im östlichen Südafrika vorkommen.

In einem zweiten Schritt wurden die modellierten Lebensräume mit bekannten Verbreitungskarten und Daten früherer Ebola-Ausbrüche verglichen. Die Forscher stellten fest, dass die potenziellen Lebensräume der Wirte des Zaire-Ebolavirus größer sind als die bisher bekannten Verbreitungsgebiete. Dies könnte darauf hindeuten, dass diese Gebiete von den Arten noch nicht vollständig besiedelt wurden oder, besorgniserregender, dass die Forschung die tatsächliche Verbreitung der Virusträger bisher unterschätzt hat.

Die Studienergebnisse können zur besseren Überwachung von Krankheiten in den identifizierten Gebieten beitragen und die öffentliche Information über potenzielle Risiken verbessern. Die Forscher betonen zudem, dass Zoonosen (Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden), wie Ebola, aufgrund zunehmenden Kontakts zwischen Menschen und Wildtieren sowie der Globalisierung voraussichtlich häufiger auftreten werden.

Originalquelle: senckenberg.de