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EBU gibt Richtlinien für respektvolle Berichterstattung über Sportlerinnen heraus

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat neue Richtlinien veröffentlicht, die die Darstellung von Athletinnen in den Medien verbessern sollen. Die Vorgaben zielen darauf ab, die Sexualisierung von Frauen im Sport zu bekämpfen.

14. Juli 2026
EBU gibt Richtlinien für respektvolle Berichterstattung über Sportlerinnen heraus

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat neue Leitlinien für bewährte Praktiken bei der Berichterstattung über Sportlerinnen in Sendungen herausgegeben. Das 23-seitige Dokument mit dem Titel „Raising the Bar: Guidelines for Respectful Media Coverage in Women’s Athletics“ wurde in Zusammenarbeit mit den Athletinnen Holly Bradshaw, Ivana Španović und Blanka Vlašić entwickelt.

Die Richtlinien sollen die Sexualisierung von Sportlerinnen bekämpfen, die durch selektive Kamerawinkel und Schnittführung entstehen kann. „Wie unsere Sportart in der Live-Übertragung dargestellt wird, kann unglaublich stark, aber manchmal auch schädlich für die konkurrierenden Frauen und die zusehenden Frauen/Mädchen sein“, erklärte Bradshaw in dem Bericht. Sie nannte persönliche Erfahrungen mit Missbrauch in sozialen Medien und mit unpassenden Videos von sich und Kolleginnen.

Die Richtlinien enthalten animierte Beispiele für verschiedene Kameraeinstellungen und bieten empfohlene sowie zu vermeidende Varianten. Für den Hochsprung werden beispielsweise Weitwinkelaufnahmen der laufenden Athletinnen empfohlen, während niedrige Kamerawinkel von unten als problematisch eingestuft werden.

„Diese Entscheidungen haben tiefgreifende Auswirkungen. Sie prägen die Wahrnehmung des Publikums, indem sie von den bemerkenswerten Leistungen und technischen Fähigkeiten von Sportlerinnen ablenken, und laufen Gefahr, schädliche Stereotypen fortzusetzen“, sagte Glen Killane, Executive Director, EBU Sports.

Die neuen Richtlinien haben in den sozialen Medien an Aufmerksamkeit gewonnen, wobei einige Nutzer die Vorschriften kritisierten. Andere argumentieren jedoch, dass die Reaktionen die anhaltende Notwendigkeit solcher Richtlinien unterstreichen, selbst nach Jahren des Aktivismus für Frauensport.

Originalquelle: fastcompany.com