ECB-Rede 'Whatever it takes' rettete den Euro – Italien sparte über 100 Mrd. Euro
Mario Draghis Ausspruch 'Whatever it takes' im Jahr 2012 markierte die Trendwende der Eurokrise. KfW Research schätzt, dass Italien dadurch über 100 Milliarden Euro an Finanzierungskosten vermieden hat.

Frankfurt – Drei Worte, gesprochen vom damaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi im Jahr 2012 – 'whatever it takes' – gelten als Wendepunkt in der Eurokrise. Eine neue Analyse von KfW Research zeigt, dass die anschließende Geldpolitik der EZB zu erheblichen Einsparungen bei Fremdkapitalkosten für die Euro-Länder geführt hat.
Insbesondere Italien hat erheblich profitiert. Die Forschung schätzt, dass Italien allein seit Draghis Zusage und der darauf folgenden expansiven Geldpolitik über 100 Milliarden Euro an zusätzlichen Finanzierungskosten vermieden hat. Dieser finanzielle Spielraum sollte strategisch für wachstumsfördernde Reformen genutzt werden, zumal die Zinsen nun zu steigen beginnen.
Draghis Rede am 26. Juli 2012 auf einer Konferenz in London signalisierte ein starkes Bekenntnis zum Euro und zum Euroraum während der akuten Krisenphase. Fünf Jahre später, inmitten des Brexit und weit verbreiteter Skepsis gegenüber der EU, wird ein "wiedererwachter europäischer Geist" auf dem gesamten Kontinent beobachtet, der sich sowohl in Wahlergebnissen als auch in der öffentlichen Meinung widerspiegelt, so KfW Research.
Der absehbare Zinsanstieg erfordert fiskalische Konsolidierung. KfW Research betont, dass Länder wie Italien sich auf höhere Finanzierungskosten vorbereiten müssen, indem sie notwendige Reformen umsetzen. Die effektive Nutzung des bestehenden finanziellen Spielraums für Strukturverbesserungen, die nachhaltiges Wachstum fördern, ist nun von größter Bedeutung.