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Technologie

Bildungsforscher: Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige gescheitert

Der Bildungsforscher Olaf Köller bewertet Australiens Social-Media-Einschränkungen für Minderjährige als gescheitert. Er geht davon aus, dass ein ähnliches Verbot in Deutschland ineffektiv wäre.

9. Oktober 2026
Bildungsforscher: Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige gescheitert

Der Kieler Bildungsforscher Olaf Köller hat die australische Regelung für soziale Medien, die Minderjährigen unter 16 Jahren den Zugang verwehrt, kritisch bewertet. Nach einem halben Jahr seien die Ergebnisse eindeutig: "Man merkt hier sehr deutlich, wie man es nicht machen sollte", sagte Köller. Studien zeigten, dass die Mehrheit der jüngeren Nutzer weiterhin soziale Netzwerke nutze, oft durch Angabe eines falschen Alters nach einer Sperrung.

Köller, Mitvorsitzender einer von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission, plädiert stattdessen für ein gestuftes Modell, das den Zugang zu sozialen Medien ab 13 Jahren erlaubt. Die Kommission empfiehlt, dass für Nutzer unter 16 Jahren Funktionen wie endlose Feeds, Push-Nachrichten und personalisierte Werbung eingeschränkt werden. Dies soll Schutz bieten, ohne eine pauschale Ausschließung zu bewirken.

Darüber hinaus betonte Köller die Notwendigkeit wirksamer und datenschutzkonformer Technologien zur Altersverifikation, um die Umgehung von Altersgrenzen zu erschweren. Als mögliche Lösung nennt er die European Digital Identity Wallet (EUDI Wallet), eine App zur digitalen Identifizierung ohne Preisgabe persönlicher Daten, deren Einführung in Deutschland für Anfang 2027 geplant ist.

Die Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein (MA HSH) teilt Köllers Ansicht, dass eine pauschale Altersgrenze von 16 Jahren keine zielführende Lösung darstellt. Die Behörde glaubt, dass ein gestuftes Modell die Plattformbetreiber dazu verpflichten würde, sinnvolle technische und schützende Maßnahmen für junge Nutzer zu entwickeln, anstatt dass ein generelles Verbot zu geringfügigen Änderungen in den Plattformstrukturen führt.

Originalquelle: ndr.de