Mitarbeiter kehren trotz neuer Prozesse zu sichereren Routinen zurück
Neue Prozesse mögen anfangs erfolgreich erscheinen, doch unter Druck greifen Mitarbeiter oft auf vertraute, sicherere Arbeitsweisen zurück.

Viele Unternehmen stehen vor der wiederkehrenden Herausforderung, dass neu implementierte Prozessverbesserungen zunächst gut zu funktionieren scheinen, nur um dann festzustellen, dass die Mitarbeiter allmählich zu ihren früheren Gewohnheiten zurückkehren. Dieses Phänomen tritt häufig auf, wenn die Aufmerksamkeit des Teams auf den neuen Prozess gerichtet ist.
Während der Anfangsphase, unter erhöhter Beobachtung durch das Management, können neue operative Methoden effektiv erscheinen. Besprechungen werden straffer und Entscheidungen scheinen reibungsloser zu verlaufen. Wenn jedoch der Druck steigt – beispielsweise durch dringende Kundenanliegen oder verpasste Meilensteine –, kann die Organisation unbewusst in alte, als sicherer empfundene Routinen zurückfallen. Das Problem liegt dann nicht unbedingt darin, dass der neue Prozess fehlerhaft oder dessen Einführung schwach war, sondern dass das System das gewohnte Verhalten weiterhin als sicherer erscheinen ließ als das neue.
Der wahre Test für eine Prozessänderung liegt in ihrer Funktionalität, nachdem die anfängliche Beobachtungsperiode nachgelassen hat. Die Herausforderung liegt nicht unbedingt im Widerstand gegen den neuen Prozess, sondern darin, dass das zugrunde liegende System nicht ausreichend verändert wurde, um die neue Arbeitsweise dauerhaft zu unterstützen. Führungskräfte sollten daher fragen, welche Bedingungen die Korrektur unberührt gelassen hat, anstatt nur die Richtigkeit der Umsetzung zu bewerten.
Fehlgeschlagene Prozessverbesserungen untergraben die Glaubwürdigkeit einer Organisation. Wenn diese Korrekturen im Laufe der Zeit verblassen, müssen möglicherweise dieselben Entscheidungen erneut getroffen, ähnliche Arbeitsabläufe korrigiert und dieselben Besprechungen in die Länge gezogen werden. Dies verschwendet nicht nur Zeit, sondern verringert auch das Vertrauen in zukünftige Änderungsinitiativen und die Entwicklungskapazität der Organisation.