eMudhra zieht sich nach Sicherheitslücken aus dem SSL/TLS-Markt zurück
Der indische Zertifizierungsdienstleister eMudhra stellt sein Geschäft mit Website-Sicherheitszertifikaten ein, nachdem Forscher gravierende Schwachstellen in den kryptografischen Schlüsseln entdeckt hatten.
Das Unternehmen eMudhra, einer der 14 lizenzierten Zertifizierungsdienstleister in Indien, hat den Rückzug aus dem globalen SSL/TLS-Zertifikatsgeschäft erklärt. Dies geschah, nachdem Cybersicherheitsforscher Mitte Oktober kritische Schwachstellen in den verwendeten privaten Schlüsseln aufgedeckt hatten, die Angriffe auf die Datensicherheit hätten ermöglichen können.
Als Konsequenz blockierten führende Browser-Hersteller wie Google, Mozilla, Microsoft und Apple die betroffenen Zertifikate. Der Vorstandsvorsitzende V. Srinivasan erklärte, man habe sich zu diesem Schritt entschlossen, da die Kosten für die Einhaltung regulatorischer Anforderungen stiegen, der Preisdruck durch kostenlose Anbieter wuchs und die mit dem Vorfall verbundenen Reputationsrisiken nicht länger tragbar seien.
Andere Unternehmensbereiche, insbesondere für digitale Signaturen und Identitätsprüfung, sind von dieser Entscheidung nicht betroffen. Während das indische CERT-In Sicherheitsrichtlinien zu dem Vorfall veröffentlicht hat, arbeitet eMudhra nach eigenen Angaben an der kostenlosen Erneuerung der Zertifikate für betroffene Kunden.