Energieversorger benötigen 535 Milliarden Euro für regionale Energiewende bis 2045
Energieversorger in Deutschland müssen bis 2045 insgesamt 535 Milliarden Euro für Investitionen in die regionale Energiewende aufbringen. Eine Finanzierungslücke von 346 Milliarden Euro erfordert neue Ansätze.

Energieversorger in Deutschland stehen vor erheblichen Investitionsanforderungen, die sich bis 2045 auf insgesamt 535 Milliarden Euro für die Umsetzung der regionalen Energie- und Wärmewende belaufen. Rund zwei Drittel dieser Summe, voraussichtlich 346 Milliarden Euro, muss in den nächsten zehn Jahren investiert werden.
Eine von der KfW in Auftrag gegebene und von PwC Germany durchgeführte Studie zeigt, dass die internen Finanzierungskapazitäten der Unternehmen nur etwa ein Viertel des Investitionsbedarfs abdecken können. Dies hinterlässt eine Finanzierungslücke von 346 Milliarden Euro, die durch neue Kapitalzuführungen geschlossen werden muss. Der Bedarf soll durch 299 Milliarden Euro Fremdkapital und 47 Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital gedeckt werden.
Der Höhepunkt des Investitionsvolumens wird bis 2035 erwartet. In diesem Zeitraum sind 218 Milliarden Euro Fremdkapital und 40 Milliarden Euro Eigenkapital erforderlich. Diese Schätzungen basieren auf der Annahme, dass die investierenden Unternehmen eine Eigenkapitalquote von mindestens 25 Prozent aufrechterhalten.
Insbesondere kommunale Stadtwerke stehen vor Herausforderungen, da ihre Gewinne oft zur Quersubventionierung anderer kommunaler Aufgaben verwendet werden, was die Mittel für die Energiewende begrenzt. Zudem könnte die Kreditaufnahme bei traditionellen Banken an Grenzen stoßen. PwC schätzt die derzeitigen Bankkredite an Energieversorger auf rund 130 Milliarden Euro.
Zur Schließung der Finanzierungslücke schlägt die Studie die Entwicklung neuer Finanzierungsinstrumente und Partnerschaften vor. Dazu gehören ein verstärkter Einsatz von Schuldscheindarlehen, syndizierte Kofinanzierungen, die Übernahme von Kreditausfallrisiken durch den Staat sowie die Verbriefung von Krediten zur Freisetzung von Bankkapital. Auch Mezzanine-Kapital und gebündelte Mittel von Privatinvestoren werden als Lösungen zur Stärkung der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung vorgeschlagen.