Deutsche Umwelthilfe: Bäume und Stadtgrün sind kritische Infrastruktur
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die Debatte im Bundestag über städtische Klimaanpassung und fordert Maßnahmen zum Schutz und Ausbau der städtischen Grünflächen.

Berlin – Angesichts der aktuellen Hitzewelle hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Bundestag aufgefordert, Maßnahmen zur Begrünung von Städten zu beschleunigen. Das Parlament debattierte kürzlich einen Antrag der Grünen Fraktion zur Klimaresilienz von Städten und überwies ihn an den Umweltausschuss.
Die DUH betont, dass Stadtgrün, insbesondere alte, große Bäume, entscheidend für die Klimaanpassung und den Schutz der Gesundheit von Stadtbewohnern vor extremer Hitze ist. Die Organisation setzt sich dafür ein, den Schutz bestehender Bäume und deren Erhalt über Neupflanzungen zu priorisieren.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, erklärte: „Stadtgrün ist keine Dekoration, sondern überlebenswichtig. Alte, große Bäume sind unsere natürlichen Klimaanlagen und können nicht kurzfristig ersetzt werden.“ Sie forderte den Grundsatz: „Baumschutz vor Baurecht und Baumerhalt vor Neupflanzung.“
Die DUH fordert flächendeckende Baumkataster und jährliche Baumzustandsberichte. Für private Grundstücke schlägt die Organisation einen verbindlichen Grünflächenfaktor vor. Für öffentliche Flächen fordert sie klare Mindeststandards nach der „3-30-300-Regel“: drei sichtbare Bäume vom Wohn- und Arbeitsplatz aus, 30 Prozent Baumdichte im Stadtteil und maximal 300 Meter bis zum nächsten Grünareal für jeden Bürger.
Die Organisation argumentiert, dass Stadtgrün als kritische Infrastruktur behandelt werden muss, um Städte vor Hitze zu schützen. Die DUH appellierte an die Abgeordneten, angesichts der bevorstehenden Rekordhitze sofort Verantwortung zu übernehmen und diese Maßnahmen voranzutreiben.