Deutsche Umwelthilfe: Gasbranchenverband erfüllt Methan-Berichtspflichten nicht
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft dem Gasbranchenverband DVGW vor, mit seinem Statistiktool „GaWaS“ die gesetzlichen Vorgaben der EU-Methanverordnung nicht zu erfüllen. Die DUH fordert die Behörden zum Handeln auf.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW), dem Branchenverband der Gasindustrie, vorgeworfen, die gesetzlichen Berichtspflichten zur Methanemission gemäß der EU-Methanverordnung nicht einzuhalten. Laut einer Untersuchung der DUH widerspricht das vom DVGW bereitgestellte Statistiktool „GaWaS“ den gesetzlichen Vorgaben.
Die DUH bemängelt, dass das „GaWaS“-Tool lediglich die Nutzung veralteter Standardwerte anstelle eigener Messergebnisse vorsehe. Zudem würden gefundene Leckagen nicht auf das gesamte Netz hochgerechnet. Die Organisation kritisiert, dass dies eine systematische Unterschätzung der klimaschädlichen Methanemissionen zur Folge habe und fordert die zuständigen Behörden auf, eine rechtskonforme Gestaltung des Tools einzufordern.
Nach Angaben der DUH könnten zahlreiche Gasverteilnetzbetreiber in Deutschland durch die Nutzung des „GaWaS“-Tools gegen ihre Berichtspflichten verstoßen haben. Die Umwelthilfe warnt, dass ohne eine Anpassung des Tools empfindliche Strafzahlungen drohen und der tatsächliche Methanausstoß weiterhin unterschätzt wird.
Die EU-Methanverordnung verpflichtet Betreiber fossiler Öl- und Gasinfrastruktur zur Dokumentation und Veröffentlichung ihrer Methanemissionen. Die DUH betont, dass diese Verordnung das bisherige System der „technischen Selbstverwaltung“ ersetzen soll und fordert die Behörden auf, die Einhaltung der Regeln durch die Unternehmen konsequent zu überwachen und gegebenenfalls durch Sanktionen durchzusetzen.