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Deutsche Umwelthilfe: Gasbranchenverband erfüllt Methan-Berichtspflichten nicht

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft dem Gasbranchenverband DVGW vor, mit seinem Statistiktool „GaWaS“ die gesetzlichen Vorgaben der EU-Methanverordnung nicht zu erfüllen. Das Tool berechne Emissionen falsch und berge das Risiko von Strafen für Betreiber, so die DUH.

10. Juni 2026
Deutsche Umwelthilfe: Gasbranchenverband erfüllt Methan-Berichtspflichten nicht

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW), der Branchenverband der Gasindustrie, steht im Visier der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die DUH wirft dem Verband vor, dass sein zur Erfassung von Methanemissionen bereitgestelltes Statistiktool „GaWaS“ die Anforderungen der EU-Methanverordnung nicht erfüllt.

Nach Angaben der DUH nutzt das „GaWaS“-Tool lediglich veraltete Standardwerte anstelle eigener Messungen. Zudem würden erkannte Leckagen nicht auf das gesamte Netz hochgerechnet, was zu einer systematischen Unterschätzung der klimaschädlichen Methanemissionen führe. Die DUH fordert die zuständigen Behörden auf, den DVGW zur Anpassung seines Tools an die gesetzlichen Vorgaben zu zwingen.

Die Umwelthilfe befürchtet, dass ein erheblicher Teil der rund 700 deutschen Gasverteilnetzbetreiber das Tool für ihre verpflichtenden Methanberichte verwendet hat. Dies könnte zu Verstößen gegen die Berichtspflichten und somit zu potenziellen Strafzahlungen führen. Die tatsächlichen Methanemissionen würden dadurch weiterhin unterschätzt.

„Es drängt sich der Eindruck auf, dass der DVGW einen Regelbruch geradezu herbeiführen will“, sagte Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Er betonte, dass die EU-Methanverordnung wichtig sei, um das bisherige System der „technischen Selbstverwaltung“ der Gaswirtschaft abzulösen.

Die EU-Methanverordnung verpflichtet Betreiber von fossiler Öl- und Gasinfrastruktur zur Dokumentation und Veröffentlichung ihrer Methanemissionen. Zukünftig sollen Schätzwerte durch eigene Messungen ersetzt werden.

Originalquelle: duh.de