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Bauwesen

Umweltorganisation klagt gegen neue Gasplattform vor Borkum

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht rechtlich gegen die Pläne des niederländischen Unternehmens One-Dyas vor, eine neue Gasplattform vor Borkum zu errichten. Die Organisation kritisiert, dass das Projekt ein deutsches Meeresschutzgebiet gefährdet.

11. Juni 2026
Umweltorganisation klagt gegen neue Gasplattform vor Borkum

Berlin – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat rechtliche Schritte gegen die Pläne des niederländischen Energiekonzerns One-Dyas für eine neue Gasplattform vor Borkum in der Nordsee eingeleitet. Die DUH fordert die zuständigen Behörden auf, die geplante Plattform N04-A als Teil des gesamten Gasförderkomplexes „Gateway to the Ems“ zu betrachten und nicht als isoliertes Projekt. Dies würde eine umfassendere Prüfung der Umweltfolgen erfordern.

Das Vorhaben befindet sich in unmittelbarer Nähe zum deutschen Natura-2000-Gebiet Borkum Riffgrund und dem Gebiet Borkumse Stenen, das ebenfalls für den Natura-2000-Status beantragt ist. Die DUH warnt vor erheblichen Beeinträchtigungen deutscher Meeresschutzgebiete und der Zerstörung einzigartiger Steinriffe. Nach Angaben der Organisation gefährdet mit Schwermetallen belastetes Produktionsabwasser geschützte Arten wie Robben und Schweinswale. Auch der geplante Standort nahe einer Hauptschifffahrtsroute wird von der DUH als sehr riskant eingestuft.

„One-Dyas will ein weiteres fossiles Projekt in einem der sensibelsten Meeresgebiete der Nordsee vorantreiben“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. „Wir fordern die Genehmigungsbehörden in Deutschland und den Niederlanden auf, dieser unnötigen Plattform eine klare Absage zu erteilen.“

Die DUH kritisiert zudem, dass das Projekt nur einen minimalen Beitrag zur europäischen Energieversorgungssicherheit leisten würde. Selbst bei maximaler Förderrate wird geschätzt, dass das Projekt nur etwa 0,2 Prozent des jährlichen Gasverbrauchs Deutschlands decken könnte. Darüber hinaus soll die Energiedichte des Gases so gering sein, dass es kaum noch als Erdgas bezeichnet werden kann.

Die industrielle Aktivität in der Region könnte die Schweinswalpopulation auf dem niederländischen Festlandsockel um 3,3 Prozent reduzieren, was 2.080 toten Schweinswalen entspricht. Neben dem Verlust von physischen Lebensräumen durch Plattformen, Pipelines und Eingriffe in den Meeresboden besteht auch die Gefahr eines funktionalen Lebensraumverlusts für Meeressäuger durch Lärm, Stress und wiederholte Störungen.

Originalquelle: duh.de