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Wissenschaft

Umwelthilfe fordert Minister Schneider zur Verteidigung der EU-Methanverordnung auf

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert Umweltminister Carsten Schneider auf, die EU-Methanverordnung zu verteidigen. Die Organisation befürchtet eine Schwächung der Verordnung auf dem Treffen der EU-Energieminister.

27. Juni 2026
Umwelthilfe fordert Minister Schneider zur Verteidigung der EU-Methanverordnung auf

Berlin – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) appelliert an Bundesumweltminister Carsten Schneider, die EU-Methanverordnung angesichts eines Treffens der EU-Energieminister zu verteidigen. Nach Angaben der DUH droht eine Entkernung der Verordnung durch Bestrebungen exportierender Länder wie Katar und der USA sowie durch Lobbyarbeit von Erdgasimporten.

Tschechien und die Slowakei haben die Aussetzung der Verordnung auf die Agenda des Treffens der EU-Energieminister am Freitag gesetzt. Die DUH sieht die Gefahr, dass sich Deutschland unter der Führung von Wirtschaftsministerin Reiche, die laut Verhandlungskreisen den tschechisch-slowakischen Vorstoß unterstützen soll, von seiner bisherigen Befürworterrolle abwendet.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, betonte die Bedeutung der Methanreduktion als schnelle und effiziente Klimaschutzmaßnahme. Er wies darauf hin, dass laut Internationaler Energieagentur (IEA) durch die Reduktion von Methanschlupf fast das Dreifache der jährlichen deutschen Gasimporte an nutzbarem Gas verfügbar gemacht werden könnte. „Dieses Gesetz jetzt abzuschwächen wäre sowohl aus Energiesicherheits- als auch aus Klimaschutzsicht völlig fehlgeleitet“, sagte Müller-Kraenner.

Die Methanverordnung verpflichtet Unternehmen, die für den EU-Markt Öl, Gas und Kohle fördern, ihre Methanemissionen zu messen und ab 2030 bestimmte Methanintensitätsgrenzwerte einzuhalten. Methan gilt als 80-mal klimaschädlicher als CO2 über einen Zeitraum von 20 Jahren und trägt maßgeblich zur Erderwärmung bei.

Die DUH fordert eine klare und öffentliche Bekräftigung der deutschen Unterstützung für die Verordnung. Nur so könne Unternehmen und Behörden die nötige Verlässlichkeit signalisiert werden, insbesondere angesichts des Drucks aus den USA und der Industrie.

Originalquelle: duh.de