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Verbraucher

Umwelthilfe kritisiert "kompostierbare" Kaffeekapseln wegen Greenwashing

Die Deutsche Umwelthilfe und die Bundesgütegemeinschaft Kompost werfen Herstellern von Kaffeekapseln irreführende Umweltangaben vor und sehen darin "Greenwashing".

15. Juni 2026
Umwelthilfe kritisiert "kompostierbare" Kaffeekapseln wegen Greenwashing

Die Umwelthilfe (DUH) und die Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK) kritisieren die Vermarktung von "biologisch abbaubaren" Kaffeekapseln scharf. Beide Organisationen werfen der Kaffeebranche "Greenwashing" vor, da die Produkte trotz ihrer Abbaubarkeit als umweltfreundlich beworben würden, was die Verbraucher in die Irre führe.

Nach Angaben der DUH stieg der Verbrauch von Kaffeekapseln in Deutschland im Jahr 2018 auf 3,5 Milliarden Stück. Dies verursachte laut DUH rund 8.800 Tonnen Kunststoff- und Aluminiumabfälle sowie zusätzlich 5.000 Tonnen Papier für Umverpackungen. Die Organisationen betonen, dass solche Kapseln, auch wenn sie aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt seien, ein "materialintensives und unökologisches Verpackungskonzept" darstellten.

Die Entsorgung der angeblich kompostierbaren Kapseln in der Biotonne ist in Deutschland laut Abfall- und Düngemittelrecht verboten. Die DUH und die BGK warnen, dass dies die Kompostierungsanlagen störe, die Qualität des Komposts beeinträchtige und zu unerwünschten Plastikresten in der Umwelt führen könne. Die DUH empfiehlt stattdessen abfallarme Zubereitungsmethoden wie Mehrwegkapseln oder klassische Kaffeemaschinen.

Die DUH kündigte an, irreführende Werbeaussagen zu prüfen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten. Sie bezweifeln, dass Biokunststoffe generell ökologische Vorteile gegenüber fossilen Kunststoffen bieten, da der schnelle biologische Abbau oft nur im Labor funktioniere.

Die Organisationen fordern eine stärkere Fokussierung auf Abfallvermeidung und Wiederverwendung anstelle von Einwegverpackungen. Sowohl die Entsorgung im Gelben Sack als auch in der Biotonne sei nicht vorgesehen und führe zu einer Verbrennung der Kapseln ohne Recyclingnutzen.

Originalquelle: duh.de