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Verbraucher

Umweltverbände warnen vor Greenwashing bei biologisch abbaubaren Kaffeekapseln

Die Deutsche Umwelthilfe und die Bundesgütegemeinschaft Kompost warnen, dass biologisch abbaubar erscheinende Kaffeekapseln nicht umweltfreundlich sind und die Kompostqualität gefährden.

15. Juni 2026
Umweltverbände warnen vor Greenwashing bei biologisch abbaubaren Kaffeekapseln

Anlässlich des Internationalen Kaffeetags warnen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK) vor irreführenden Umweltversprechen bei biologisch abbaubaren Kaffeekapseln. Die Verbände betonen, dass die Verpackung von Kaffee in einzelnen Portionen ressourcenintensiv und klimaschädlich ist, unabhängig vom verwendeten Material.

Kaffeekapseln aus Bioplastik dürfen laut DUH und BGK nicht im Biomüll entsorgt werden, da sie die Kompostqualität durch Plastikreste verunreinigen können. Ein kürzlich beschlossener Entwurf zur neuen Bioabfallverordnung bestätigt dieses Eintragverbot. Die aufwendige Sortierung und anschließende Verbrennung dieser Kapseln belasten die Entsorgungssysteme.

DUH kritisiert, dass Kaffeeunternehmen umweltschädliche Kapseln als "ökologisch" bewerben, was sie als gezieltes Greenwashing bezeichnet. Die Verbände weisen darauf hin, dass Ökobilanzen bisher keine gesamtökologischen Vorteile von Biokunststoffen gegenüber herkömmlichem Plastik belegen können. Der Abbau funktioniere zudem oft nur im Labor, nicht jedoch unter realen Umweltbedingungen.

Im Jahr 2019 fielen in Deutschland laut DUH-Berechnungen 13.500 Tonnen Abfall durch 3,4 Milliarden verbrauchte Kaffeekapseln an. Um diesem Müllberg entgegenzuwirken, versuchen Anbieter laut DUH vermehrt, biologisch abbaubare Kapseln durch Slogans wie "Genuss für die Umwelt" zu legitimieren.

David Wilken, Geschäftsführer der BGK, erklärte, dass alle Kaffeekapselarten als Fremdstoffe aus Kompostierungsanlagen aussortiert werden müssen. Biologisch abbaubare Kunststoffe könnten den Kompostierungsprozess stören und über unzureichende Zersetzung die Kompostqualität mindern. Aus diesen Gründen wird von der Entsorgung in der Bioabfallsammlung abgeraten.

Originalquelle: duh.de