Eprimo-Studie: Solarspitzengesetz lässt PV-Interessierte umdenken
Eine von eprimo beauftragte Studie zeigt, wie die Änderungen im Solarrecht die Pläne von Verbrauchern für Photovoltaikanlagen beeinflussen. Nur 20 % der Befragten, die Interesse an PV-Anlagen hatten, halten an ihren ursprünglichen Entscheidungen fest. Fast alle planen Anpassungen, oft mit Fokus auf Eigenverbrauch.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von eprimo, Deutschlands größtem grünen Energiediscounter, analysiert die Auswirkungen der EnWG-Novelle auf die Anschaffungspläne für private Photovoltaikanlagen (PV). Nur 20 % der Befragten, die sich zuvor für eine Solaranlage interessierten, halten an ihren Entscheidungen fest, die vor Verabschiedung des Solarspitzengesetzes getroffen wurden. Die überwiegende Mehrheit passt ihre Solarpläne in Richtung einer erhöhten Eigenproduktion an.
Die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) begrenzt ab 2025 die Einspeisung neu installierter PV-Anlagen mit mehr als 7 kWp auf 60 % der installierten Leistung. In Zeiten negativer Strompreise entfällt zudem die Einspeisevergütung. eprimo wollte wissen, wie sich diese Änderungen auf die Pläne von PV-interessierten Verbrauchern auswirken, und beauftragte die Umfrage beim Beratungsunternehmen sd vybrant GmbH.
Die Ergebnisse zeigen, dass vier von fünf Solarinteressierten ihre bisherigen Pläne ändern. 21 % ziehen nun zusätzlich einen Stromspeicher in Betracht. Für 20 % der PV-Planer haben die gesetzlichen Änderungen keinen Einfluss auf ihre Kaufabsicht. 14 % wollen zunächst in kleinerem Rahmen investieren, während weitere 14 % die Investition verschieben. Nur 7 % geben ihre Pläne gänzlich auf.
Darüber hinaus verdeutlicht die Studie, dass nur etwa vier von zehn Befragten die Kosten einer PV-Anlage korrekt einschätzen können. Während die Kosten für Dachanlagen tendenziell unterschätzt werden, überschätzen viele Befragte die Preise für Balkon-PV-Anlagen, obwohl die Preise für kleinere Anlagen in den letzten Jahren stark gesunken sind. Kosten werden von denjenigen, die keine Solaranlage anschaffen wollen, nur in 25 % der Fälle als Hauptgrund genannt. Stattdessen nennt mehr als die Hälfte (55 %) das Wohnen zur Miete als entscheidendes Hindernis.
„Viele Solar-Fans fragen sich, ob sich PV noch lohnt, und wollen deshalb lieber etwas kleiner investieren, zum Beispiel in Balkon-PV. In Kombination mit einem Stromspeicher sind jedoch auch PV-Dachanlagen weiterhin empfehlenswert“, sagt eprimo CEO Katja Steger. Sie fügt hinzu, dass Balkon-PV-Anlagen von den Gesetzesänderungen quasi nicht betroffen sind und durch den Preisverfall attraktiver geworden sind. „Wie günstig diese geworden sind, haben viele Verbraucher offensichtlich noch gar nicht erkannt.“ Steger betont zudem, dass vielen Mietern offenbar noch nicht bewusst ist, dass sie seit 2024 quasi ein Recht auf die Zustimmung des Vermieters zum Balkonkraftwerk haben.