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Wissenschaft

ESS-Instrument ODIN besteht Sicherheitsprüfung und ist bereit für Neutronen

Das Neutronen-Bildgebungsinstrument ODIN an der European Spallation Source hat seine Sicherheitsprüfung bestanden. Das Instrument kann 3D-Bilder von Materialien mittels Neutronen und Röntgenstrahlen erstellen.

10. Juni 2026
ESS-Instrument ODIN besteht Sicherheitsprüfung und ist bereit für Neutronen
Bild ist eine KI-generierte Illustration

ODIN, ein Mehrzweck-Neutronen-Bildgebungsinstrument an der European Spallation Source (ESS), ist nach erfolgreichem Abschluss der Sicherheitsprüfung bereit für den Empfang von Neutronen. Das Instrument wurde von der Technischen Universität München (TUM) in Deutschland und dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) in der Schweiz gebaut.

ODIN, kurz für Optical and Diffraction Imaging with Neutrons, wird Bilder mittels Neutronen erzeugen. Neutronen können Materialien auf eine Weise durchdringen, die Röntgenstrahlen nicht können, und liefern so ergänzende Informationen über Materialstruktur und -funktion. Der gepulste Neutronenstrahl der ESS ermöglicht es ODIN, nicht nur zu erkennen, wo Neutronen nach dem Durchgang durch eine Probe "fehlen", sondern auch die Ursache dafür zu ermitteln, wie z. B. Temperaturänderungen oder Phasenumwandlungen.

Das Instrument wird Forschungen in Bereichen wie der Wasserstoffversprödung von Stahl ermöglichen, wodurch winzige Mengen Wasserstoff ohne Beschädigung des Materials nachgewiesen werden können. ODIN kann auch große Proben, wie z. B. Motoren, aufnehmen und durch einen Prozess, der medizinischen CT-Scans ähnelt, 2D-Radiografien und 3D-Rekonstruktionen erstellen.

ODIN wird auch mit einer Röntgenquelle ausgestattet sein, die die Probe gleichzeitig mit dem Neutronenstrahl bestrahlt. Die Kombination von Neutronen und Röntgenstrahlen, die unterschiedlich mit Materie interagieren, wird den Wissenschaftlern ein umfassenderes Bild des untersuchten Materials liefern. Dies deckt Forschungsbereiche von Kulturerbe und Paläontologie bis hin zu Maschinenbau, Biomedizin, Lebensmittelwissenschaft und Pflanzenphysiologie ab.

ODIN hat seine Sicherheitsprüfung für Instrumente (iSRR) im vergangenen Dezember erfolgreich bestanden. Nach einem Jahrzehnt Arbeit des Instrumententeams am Bauprojekt ist das Instrument nun offiziell für Neutronen bereit. Die nächsten Schritte umfassen die Zusammenarbeit mit frühen wissenschaftlichen Nutzern zur Kalibrierung des Instruments und zur Vorbereitung für die Forschung.

Originalquelle: ess.eu